Verdacht auf Preisabsprachen : Kartellamt prüft Milchpreiserhöhung

Die Preiserhöhungen bei Milchprodukten haben das Bundeskartellamt auf den Plan gerufen. Die Behörde will prüfen, ob es verbotene Absprachen bei der Anhebung gab. Der Milchindustrieverband wehrt sich gegen den Verdacht.

BonnDas Kartellamt untersuche und prüfe Geschäftsunterlagen auf mögliche wettbewerbswidrige Absprachen in der Branche. Geprüft werde beim Milchindustrieverband (MIV) sowie bei der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) in Bonn.

Das Kartellamt wolle aufklären, wie es zu den Ankündigungen der Preiserhöhungen gekommen sei, die dann auch realisiert worden seien, erläuterte der Behördensprecher. Es handele sich nicht um Durchsuchungen, sondern um ein sogenanntes Auskunftsverlangen, bei dem die Betroffen zur Mitwirkung verpflichtet seien.

Milchverband: Vorwürfe entbehren jeder Grundlage

Vorwürfe über mögliche Absprachen entbehrten jeder Grundlage, sagte Eckhard Heuser vom Milchindustrieverband. Der Verband arbeite bei der "Sachstandserhebung" mit dem Kartellamt zusammen.

Für Milchprodukte und Butter stiegen die Preise vor zwei Wochen um bis zu 50 Prozent. Erhard Richarts von der ZMP hatte kurz zuvor angekündigt, dass es "einen Preisruck geben wird, wie ihn Deutschland noch nicht erlebt hat". (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar