Verdacht auf Untreue : Razzia bei Ex-HSH-Chef Nonnenmacher

Wieder Ärger um die HSH Nordbank: Am Mittwoch fand eine Razzia bei ihrem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Nonnenmacher statt. Gegen ihn wird unter anderem wegen falscher Verdächtigungen ermittelt - so soll er sich 2009 einen unliebsamen Gegner vom Hals geschafft haben.

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der HSH Nordbank Jens Dirk Nonnenmacher hat erneut Ärger mit der Justiz. Foto: dapd
Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der HSH Nordbank Jens Dirk Nonnenmacher hat erneut Ärger mit der Justiz.Foto: dapd

Der umstrittene ehemalige Vorstandsvorsitzende der HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, hat neuen Ärger mit der Justiz. Die Kieler Staatsanwaltschaft ließ am Mittwoch die Wohnungen Nonnenmachers in Frankfurt am Main und Hamburg untersuchen. Gegen ihn wird wegen falscher Verdächtigung durch Unterlassen sowie wegen Untreue ermittelt, wie die Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß am Freitag sagte und damit einen Bericht des Nachrichtenportals „Spiegel Online“ bestätigte.
Hintergrund ist demnach der von der HSH Nordbank 2009 zu Unrecht fristlos entlassene Vorstand Frank Roth. Als Grund wurde damals von der Bank der Verdacht geäußert, Roth habe geheime Unterlagen weitergegeben. Ermittlungen der Kieler Staatsanwaltschaft ergaben jedoch keinen Anhaltspunkt für diesen Verdacht. Stattdessen entstand bei den Ermittlern der Eindruck, dass gegen Roth falsche Spuren gelegt wurden.
Die Bank musste Roth schließlich vollständig rehabilitieren. Ende 2011 einigte sie sich mit dem Manager auf eine Abfindungszahlung.
Roth konnte damals infolge der Vorwürfe ohne Abfindung entlassen werden. Er hatte die Anschuldigungen stets bestritten. Nonnenmacher galt als Roth-Gegner.

Als zweiter Beschuldigter im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Intrige wird bei der Kieler Staatsanwaltschaft dem Bericht zufolge ein früherer Justiziar der HSH Nordbank geführt. Der Vorwurf der Untreue gegen Nonnenmacher ergibt sich demnach aus Zahlungen, welche die Bank für Tätigkeiten der Sicherheitsfirma Prevent im Zusammenhang mit dem Roth-Rauswurf geleistet haben soll.
Nonnenmachers Anwalt teilte laut „Spiegel Online“ mit, er könne zu dem Vorgang nichts sagen. (dapd)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben