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Verdacht der Geldwäsche : Steuerfahnder ermitteln auch gegen Deutsche-Bank-Chef Fitschen

Bei den Ermittlungen zum Umsatzsteuerbetrug bei der Deutschen Bank gerät Konzernchef Fitschen in Bedrängnis. Bei einer Großrazzia am Mittwochmorgen waren 500 Ermittler in die Zentrale der Bank in Frankfurt und weitere Gebäude in anderen Städten eingedrungen - und hatten fünf Haftbefehle vollstreckt.

Auch gegen Konzernchef Fitschen wird ermittelt.
Auch gegen Konzernchef Fitschen wird ermittelt.Foto: dpa

Im Skandal um Steuerbetrug mit CO2-Emissionszertifikaten bei der Deutschen Bank haben die Ermittlungen den Vorstand erreicht. Das teilte Deutschlands größtes Geldhaus am Mittwoch mit. Die Ermittlungen richteten sich gegen den heutigen Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen und Finanzchef Stefan Krause. Die beiden Manager hätten die Umsatzsteuererklärung 2009 der Bank unterschrieben. Die Angaben seien später korrigiert worden.

“Anders als die Staatsanwaltschaft vertritt die Deutsche Bank die Auffassung, dass diese Korrektur rechtzeitig erfolgte“, erklärte das Institut. “Die Deutsche Bank kooperiert weiter vollumfänglich mit den Behörden.“ Gegen fünf Mitarbeiter der Deutschen Bank ist wegen des Verdachts auf Geldwäsche und versuchte Strafvereitelung Haftbefehl erlassen worden.

Rund 500 Beamte von Bundeskriminalamt, Steuerfahndung und Bundespolizei durchsuchten am Morgen Geschäftsräume der Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt und zahlreiche weitere Wohnungen und Geschäftsräume, unter anderem in Berlin und Düsseldorf. Bei den Ermittlungen geht es um Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Emissionsrechten.

Deshalb hatte es bereits im Frühjahr 2010 Durchsuchungen bei der Deutschen Bank gegeben. Gegen insgesamt 25 Mitarbeiter der Bank werde wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung, Geldwäsche und versuchten Strafvereitelung ermittelt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Es bestehe der Verdacht, dass den Ermittlungsbehörden von Mitarbeitern der Bank Beweismittel vorenthalten wurden. Die Deutsche Bank versicherte, sie werde weiter umfassend mit den Behörden kooperieren.

Polizeiwagen vor der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.
Polizeiwagen vor der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.Foto: Reuters

Im Dezember 2011 hatte das Landgericht Frankfurt sechs Männer zu Haftstrafen verurteilt. Sie hatten weitgehend gestanden, über einen Handel mit Luftverschmutzungsrechten über europäische Grenzen hinweg mindestens 230 Millionen Euro Umsatzsteuer hinterzogen zu haben. Da die Geschäfte über die Deutsche Bank abgewickelt wurden, musste sie sich in dem Prozess vorhalten lassen, den grenzüberschreitenden CO2-Zertifikatehandel erst so richtig in Schwung gebracht zu haben.

In Gang gekommen waren die Ermittlungen einst bei einer Razzia gegen mutmaßliche Umsatzsteuerbetrüger in mehreren europäischen Ländern im April 2010. Dabei waren auch schon Angestellte der Deutschen Bank in Verdacht geraten, Umsatzsteuerbetrug mit den Luftverschmutzungsrechten begangen zu haben. Die Händler sollen mit einer internationalen Bande kooperiert haben, die den deutschen Fiskus beim Handel mit den CO2-Zertifikaten um Hunderte Millionen Euro geschädigt hat. Über Umsatzsteuerkarusselle kassierten zahlreiche Firmen zu Unrecht Steuererstattungen. (dpa)

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