Wirtschaft : Verdi blockiert Tarifeinigung bei Herlitz - Gewerkschaft fordert mehr als der Betriebsrat

Anselm Waldermann

Berlin - Der neue Tarifvertrag beim Schreibwarenhersteller Herlitz kann vorerst nicht in Kraft treten. Obwohl sich Vorstand und Betriebsrat bereits einig waren, hat die Gewerkschaft Verdi ihre Zustimmung verweigert. „Es muss nachverhandelt werden“, sagte der stellvertretende Landesbezirksleiter Andreas Köhn dem Tagesspiegel. Die vom Vorstand gegebene Beschäftigungsgarantie müsse neben der Papier-Sparte PBS auch für die Logistik-Tochter E-com gelten, forderte er.

In der vergangenen Woche hatte Herlitz den Abbau von 143 Arbeitsplätzen und die Auslagerung von 81 weiteren Stellen bekannt gegeben. Der Betriebsrat hatte der Maßnahme zugestimmt, weil damit die bisher angedrohte Produktionsverlagerung nach Polen vom Tisch ist. Außerdem gab der Vorstand eine Beschäftigungsgarantie für die PBS-Mitarbeiter bis 2011 – nicht aber für E-com.

Herlitz-Betriebsratschef Christian Petsch kritisierte das Eingreifen der Gewerkschaft. „Ich finde das überhaupt nicht gut“, sagte er dieser Zeitung. Zwar unterstütze er das Anliegen von Verdi. Gleichzeitig bestehe jedoch die Gefahr, dass nun das gesamte Verhandlungsergebnis platze. „Warum sind diese Vorschläge nicht gleich mit eingeflossen?“ fragte er. Für die Beschäftigten sei es das Wichtigste, „Ruhe zu bekommen“.

Gelassener gab sich Vorstandschef Jan van Riet. Der Einspruch von Verdi bedeute „nur, dass wir noch weitere Gespräche führen müssen“. Für die kommende Woche sei bereits ein Termin mit der Gewerkschaft vereinbart. „Wir haben grundsätzlich kein Problem, über die Forderung zu sprechen.“ Auch die Unternehmensführung habe das Ziel, Beschäftigung zu sichern.

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