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Verdi : Erneut Post-Warnstreik in Berlin

Im Tarifstreit bei der Deutschen Post will Verdi den Druck auf den Logistikkonzern hoch halten. In der Nacht zu Freitag sollen die Briefzentren in Berlin Schönefeld und Cottbus sowie das Paketzentrum Rüdersdorf bestreikt werden.

Klare Ansage. Die Beschäftigten der Post wollen sechs Prozent mehr Geld.
Klare Ansage. Die Beschäftigten der Post wollen sechs Prozent mehr Geld.Foto: dpa

Viele Briefkästen in Deutschland und Berlin werden auch an diesem Freitag leer bleiben. Die Gewerkschaft Verdi kündigte an, die Warnstreiks fortzusetzen. „Die Streikbereitschaft unserer Mitglieder ist hoch. Das ist ein klares Signal an den Vorstand “, sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis.

Am 25. April müsse ein einigungsfähiges Angebot auf den Tisch, mahnte sie. In der Nacht vom 18. zum 19. April hat Verdi unter anderem die rund 150 Beschäftigten der Deutschen Post in den Briefzentren in Berlin Schönefeld und Cottbus sowie im Paketzentrum Rüdersdorf aufgerufen, die Arbeit für die gesamte Schicht niederzulegen. Das teilte Verdi am Donnerstagabend mit. In den Brief- und Paketzentren werde die gesamte Brief- und Paketpost für die östlichen und südlichen Berliner Bezirke und das östliche Brandenburg bearbeitet, hieß es. Durch die Streikaktionen würden schätzungsweise 3,5 Millionen Postsendungen ihre Empfänger in diesen Regionen am Freitag nicht erreichen.

Bereits am Mittwoch hatten sich nach Angaben der Gewerkschaft rund 500 Beschäftigte der Brief- und Paketzustellung in Berlin an Warnstreikaktionen beteiligt. Am Donnerstag hatte es dann Arbeitsniederlegungen in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden-Württemberg gegeben. Bestreikt wurden Verteilzentren. Rund 8,6 Millionen Briefe und 180 000 Pakete hätten deshalb nicht bearbeitet werden können, teilte Verdi mit. Die Warnstreiks sollen an diesem Freitag auf andere Bundesländer ausgeweitet werden, kündigte Verdi an.

Post-Sprecher wiesen in den betroffenen Regionen darauf hin, dass es in vielen Fällen durch Einsatz von Aushilfskräften gelungen sei, die Beeinträchtigungen gering zu halten. Nach Angaben des Unternehmens werden rund 2,3 Millionen Briefe und rund 90 000 Pakete mit etwa einem Tag Verspätung zugestellt. Die Post befördert an Werktagen im Schnitt rund 64 Millionen Briefe. Die Auswirkungen des Warnstreiks seien daher „überschaubar“.

Die Beschäftigten fordern die Post mit den Aktionen auf, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, nachdem die zweite Verhandlungsrunde am 15. April ohne Ergebnis blieb. Verdi fordert für die 132 000 Tarifbeschäftigten bei der Deutschen Post sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 140 Euro im Monat. Der Tarifvertrag soll für zwölf Monate laufen. Der bisherige Tarifvertrag wurde bereits zum 1. April gekündigt. Auch für Auszubildende will die Gewerkschaft finanzielle Verbesserungen. Die Gespräche sollen am 25. April fortgesetzt werden – die Warnstreiks dürften bis dahin andauern. (vis/dpa)

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