Wirtschaft : Verdi fordert im Einzelhandel 3,5 Prozent mehr Lohn

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Berlin Zum Auftakt der Tarifverhandlungen für den Einzelhandel hat die Gewerkschaft Verdi am Freitag höhere Einkommen für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten gefordert. „Eine Nullrunde, wie sie die Arbeitgeber wollen, wird es mit uns nicht geben“, sagte Franziska Wiethold vom Verdi Bundesvorstand. Die bundesweit ersten Tarifgespräche in Hessen wurden am Freitag ohne Ergebnis auf Anfang Juni vertagt.

Die Mehrheit der 16 Verdi-Tarifkommissionen will für die Beschäftigten eine Lohnerhöhung von 3,5 Prozent, mindestens aber 70 Euro. Zudem soll ein tariflicher Mindestlohn von monatlich 1500 Euro durchgesetzt werden. Sollte es kein Entgegenkommen der Arbeitgeber geben, „sind wir gezwungen in eine härtere Auseinandersetzungsform zu gehen“, erklärte die Gewerkschaft.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE), der in diesem Jahr erneut mit einem Umsatzminus für die Gesamtbranche rechnet, verlangt nicht nur eine Nullrunde, sondern auch längere Arbeitszeiten sowie Öffnungsklauseln für den Flächentarif. So wollen die Arbeitgeber vertraglich festlegen, dass Firmen vorübergehend von tariflichen Standards abweichen können, wenn sich eine wirtschaftliche Notlage abzeichnet. Wiethold lehnte das grundsätzlich ab: „Das ist ein weiterer Versuch der Arbeitgeber den Flächentarif zu unterlaufen.“ Wenn in Einzelfällen eine Notlage bestehe, dann sei Verdi auch bereit über einen Sanierungstarifvertrag zu verhandeln. Jüngstes Beispiel dafür sei KarstadtQuelle. Hier hatten Vorstand und Gewerkschaft für den angeschlagenen Konzern gemeinsam ein Sanierungskonzept verabschiedet, das den rund 100000 Mitarbeitern unter anderem den Verzicht auf Gehaltserhöhungen und Sonderleistungen abverlangt. dro

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