Wirtschaft : Verdi kommt Schlecker entgegen Fällige Lohnerhöhung kann verschoben werden

Ehingen - Die Gewerkschaft Verdi ist grundsätzlich zu Gesprächen über einen Beitrag der Beschäftigten zur Sanierung der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker bereit. Die beiden Parteien könnten sich verständigen, die Zahlung des Urlaubsgeldes sowie eine Lohnerhöhung um zwei Prozent, die ab Juni fällig wäre, zunächst zu verschieben, sagte der Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Franke am Dienstag. Das nächste Gespräch mit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz ist für den heutigen Mittwoch anberaumt. Allerdings übte Franke auch Kritik an Schlecker-Insolvenzverwalter Geiwitz. „Es kann nicht sein, dass wir unter großen Schmerzen einen Verzicht der Belegschaft organisieren, während andere die Bemühungen wieder zunichte machen könnten“, sagte er. Gemeint sind beispielsweise Lieferanten, die aus Angst vor Zahlungsausfällen keine Waren mehr zustellen könnten.

Zudem habe sich Geiwitz noch nicht dazu bereit erklären können oder wollen, der Gewerkschaft beim Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen entgegenzukommen. Das fordert Verdi als Ausgleich für das Vorhaben von Geiwitz, die Gehälter der verbliebenen Schlecker-Mitarbeiter spürbar zu drücken. Er fordert von den noch 14 000 Angestellten, bis Ende 2014 auf 15 Prozent ihres Gehalts zu verzichten.

Geiwitz ist derzeit auf der Suche nach Investoren, hat allerdings schon signalisiert, dass der ursprünglich anvisierte Verkaufstermin zu Pfingsten wohl nicht mehr gehalten werden kann. Der Investorensuche stehen die zähen Verhandlungen mit Verdi gegenüber, aber auch zahlreiche Kündigungsschutzklagen von entlassenen Mitarbeitern. Laut Geiwitz haben inzwischen vier Investoren jeweils ein unverbindliches Angebot für das Unternehmen abgegeben. Aktuell haben 3850 Mitarbeiter Kündigungsschutzklagen eingereicht. dapd

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