Wirtschaft : Verdi lehnt Gespräche mit der Post ab Gewerkschaft setzt Warnstreiks fort

Berlin - Ein unbefristeter Streik bei der Deutschen Post ab dem 2. Mai lässt sich offenbar nicht mehr abwenden. Nach den gescheiterten Tarifgesprächen am Wochenende beharrten am Montag beide Verhandlungsseiten auf ihren Standpunkten. „Das Angebot, das wir vorgelegt haben, ist fair, attraktiv und verhandlungsfähig“, sagte ein Post-Sprecher. „Jetzt muss sich Verdi bewegen.“ Die Gewerkschaft dagegen zeigte sich nicht gesprächsbereit. „Über das, was uns vorgelegt wurde, ist nicht mehr zu reden“, erklärte ein Verdi-Sprecher. Erst wenn der Konzern den Beschäftigten ein neues Angebot mache, könne man sich wieder an einen Tisch setzen. An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an: Deutsche- Post-Aktien gaben am Montag um 1,7 Prozent auf 20,11 Euro nach.

Die Tarifkommission der Gewerkschaft hatte das Post-Angebot am Sonnabend einstimmig abgelehnt. Hauptstreitpunkt in den vorhergegangenen Verhandlungsrunden war die Arbeitszeit. Der Konzern will diese für die 130 000 Beschäftigten verlängern, Verdi lehnt das ab.

Post-Kunden müssen sich nun darauf einstellen, dass ihre Briefkästen ab dem 2. Mai leer bleiben. Am kommenden Freitag beginnt die Gewerkschaft mit einer Urabstimmung unter den Post-Beschäftigten über einen unbefristeten Streik.

Einen Vorgeschmack auf den Arbeitskampf hatte es in den vergangenen Wochen schon mehrmals mit Warnstreiks gegeben. Auch in der Nacht zu Montag legten wieder rund 800 Beschäftigte die Arbeit in 9 der 83 Briefzentren nieder, darunter Berlin. Auch für den Dienstag kündigte die Gewerkschaft weitere Arbeitsniederlegungen an. Der insolvente Post-Wettbewerber Pin, an dem auch der Tagesspiegel-Eigentümer Holtzbrinck Anteile hält, verspricht sich durch den Konflikt derweil langfristig Vorteile. „Sollte es zu einem unbefristeten Streik kommen, werden die Kunden sicher nach Alternativen suchen“, sagte ein Sprecher.ysh

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