Wirtschaft : Verdi: Partner rücken zusammen

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Die Spitzen der fünf Verdi-Gewerkschaften rücken wieder enger zusammen. Die ÖTV soll weiter eng in die Vorbereitungen für die geplante Fusion eingebunden werden, auch wenn sie vorerst in den eigenen Reihen keine ausreichende Mehrheit für eine Beteiligung an der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft bekommt. Auf diese Strategie haben sich die Vorsitzenden von ÖTV, DAG, HBV, Postgewerkschaft und IG Medien auf einer Vorstandssitzung der Verdi-Gründungsorganisation ("Go Verdi") im Hamburg verständigt. Im Go-VerdiVorstand sind die fünf Einzelgewerkschaften mit ihren Vorsitzenden sowie einem weiteren Vorstandsmitglied vertreten. Ein für Mittwoch geplantes zusätzliches Treffen der vier Gewerkschaftsspitzen ohne ÖTV-Chef Herbert Mai wurde abgesagt.

"Alle fünf Gewerkschaften sind sich darüber einig, dass das Ziel einer gemeinsamen Organisation entsprechend der bisherigen Planung richtig bleibt", betonte Christiane Zerfaß, Sprecherin der Gewerkschaft Handel, Banken, Versicherungen (HBV). Das Gespräch des Go-Verdi-Vorstandes am Dienstag sei in "sehr konstruktiver Atmosphäre" verlaufen. Mit den Verabredungen vom Dienstag relativieren sich die zuvor von Deutscher Angestellten-Gewerkschaft (DAG), Postgewerkschaft und IG Medien gefassten Beschlüsse, wonach die vier Partner der ÖTV bei der Verdi-Gründung notfalls allein voranschreiten wollen. Zwar würden weiter Alternativlösungen für den Fall eines Ausscherens der ÖTV vorbereitet, hieß es. Doch soll die ÖTV auch in diese Vorbereitungen eingebunden bleiben.

Diese Verabredungen des Go-Verdi-Vorstands sollen am Wochenende in Mainz den 45 Mitgliedern der Verdi-Gründungsorganisation vorgelegt werden. Nach Aussage von ÖTV-Sprecher Harald Reutter hat die HBV zudem signalisiert, dass sie sich im Konflikt um den Zuschnitt der Verdi-Bezirke auf örtlicher Ebene kompromissbereit zeigen wolle. Nach wie vor sind sich ÖTV und HBV in mehreren Ländern nicht einig, wie viele Bezirke Verdi haben soll. Zwar ist die ÖTV bereit, für die Großgewerkschaft weniger örtliche Verwaltungsstellen zu akzeptieren als sie bisher schon allein hat. Doch vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, NRW und an der Küste gehen der HBV die Zugeständnisse nicht weit genug. Hintergrund ist, dass die HBV außerhalb der Ballungszentren meist nur wenige Mitglieder hat. Würden auch im ländlichen Raum viele Verdi-Verwaltungsstellen eingerichtet, könnte dies, so die Sorge, zu einer ÖTV-Übermacht führen.

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