Wirtschaft : Verdi vor dem Scheitern?: ÖTV streitet erbittert über Gewerkschaftsfusion

Der Streit um die Gründung der "Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft" Verdi spitzt sich weiter zu. Nach Ansicht vieler ÖTV-Mitglieder hat die Debatte über die Fusion mit vier weiteren Gewerkschaften inzwischen "die Ebene der persönlichen Beleidigung erreicht". Von den 80 Prozent Zustimmung, die die ÖTV intern zur Fusion bräuchte, ist sie weit entfernt. Immer mehr Funktionäre kritisieren die Organisationstruktur von Verdi und fürchten um Macht und Posten. Nun treffen sich ÖTV, Postgewerkschaft, Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG), IG Medien und die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) am Wochenende zum Krisengespräch in Mainz. An einen Durchbruch glaubt aber anscheinend nicht einmal mehr ÖTV-Chef Herbert Mai. Er forderte am Freitag, "Auffanglösungen" für den Fall des Scheiterns zu suchen.

Kritiker befürchten wegen der verdi-Architektur eine strukturell bedingte "Entmachtung" der neuen Gewerkschaft. Die soll in 13 Fachbereichen rund tausend verschiedene Berufe vertreten. Weil die kleinen Gründungsmitglieder für jeden dieser Fachbereiche autonome Strukturen wie etwa eine eigene Personal- und Tarifpolitik durchsetzen konnten, befürchten altgediente ÖTV-Funktionäre das Entstehen von 13 Gewerkschaften innerhalb von Verdi.

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