Wirtschaft : Verdi zweifelt an Investor Berggruen Sohn des Kunstsammlers bietet für Karstadt-Häuser

Düsseldorf - Die Gewerkschaft Verdi hat Zweifel an der Seriosität der Karstadt-Offerte des Investors Nicolas Berggruen angemeldet. Das Angebot werfe zahlreiche Fragen auf, sagte eine Verdi-Sprecherin am Samstag. Die zentrale Frage sei, warum Berggruen seine Offerte erst jetzt, „fünf Tage vor Toresschluss“, vorgelegt habe. „Wir zweifeln an der Nachhaltigkeit seines Engagements“, sagte sie. Ein Sprecher des Investors betonte hingegen, Berggruen habe kein Interesse an einer kurzfristigen Gewinnmaximierung und einem schnellen Verkauf. Er sei ein „unternehmerischer Investor“. Das bewiesen seine bisherigen Engagements.

Verdi wolle verhindern, dass jemand Karstadt „auf die Schnelle kauft, einen schnellen Euro macht und sich schnell wieder von der Warenhauskette trennt“, sagte die Sprecherin. Die Gewerkschaft wolle Berggruen aber nicht unterstellen, dass er dies tatsächlich vorhabe. Erfreulich sei jedenfalls, dass Berggruen keine „halsabschneiderischen Forderungen“ an die Belegschaft stelle, wie dies der zweite Interessent Triton tue.

Berggruen, der eine milliardenschwere Investmentgesellschaft verwaltet, hatte am Freitag ein Angebot für alle 120 Karstadt-Häuser beim Insolvenzverwalter abgegeben. Berggruen ist der zweite Sohn des unter der Nazi-Diktatur emigrierten Berliner Kunstsammlers und Mäzens Heinz Berggruen, der seine Sammlung mit Werken unter anderem von Picasso und Matisse in den 90er Jahren der Stadt Berlin vermacht hatte. rtr

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