Verdienste der Dax-Manager : Zetsche schlägt sie alle

Deutschlands Topmanager haben im vergangenen Jahr laut einer Studie im Schnitt 4,9 Millionen Euro verdient. Am besten lief es für den Daimler-Chef Dieter Zetsche.

Rolf Obertreis
Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche war 2015 der bestbezahlte erste Mann der 30 größten im Deutschen Aktienindex Dax vertretenen Konzerne.
Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche war 2015 der bestbezahlte erste Mann der 30 größten im Deutschen Aktienindex Dax vertretenen...Foto: dpa

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche war 2015 der bestbezahlte erste Mann der 30 größten im Deutschen Aktienindex Dax vertretenen Konzerne - und dies gleich in zweifacher Hinsicht. Mit Blick auf das Festgehalt, den Bonus und des gewährten, aber noch nicht ausbezahlten Langfrist-Bonus von insgesamt 9,7 Millionen Euro rangiert der Daimler-Chef ebenso an der Spitze wie beim tatsächlich ausgezahlten Gehalt von 13,2 Millionen Euro. Es setzt sich aus Festgehalt, dem Bonus für 2015 und den im vergangenen Jahr ausgezahlten Langfrist-Boni zusammen.

Am Ende der Skala steht Nobert Steiner, der Vorstandschef des Salz- und Rohstoff-Konzerns K+S mit 2,3 Millionen. Im Schnitt verdienten die ersten Männer der Konzerne 2015 rund 4,9 Millionen Euro und damit fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dies stehe im Einklang mit den Geschäftsergebnissen, sagt Helmuth L. Uder von der Unternehmensberatung Willis-Towers-Watson, die die Analyse am Montag in Frankfurt vorstellte.

Merck mit größtem Plus

Allerdings basiert die Studie nur auf 21 der 30 Dax-Konzerne. Es fehlen die konkreten Angaben der Vorstandsgehälter von BMW, Continental, Deutscher Börse, Lufthansa, Fresenius, HeidelbergCement, Münchner Rück, SAP und Volkswagen. Trotzdem sei die Studie mit Blick auf die Durchschnittsvergütung fundiert, versichert Uder. Die Abweichung liege allenfalls bei zwei Prozent nach unten und oben.

Das stärkste Plus verbuchte 2015 Rice Powell, Chef von Fresenius Medical Care. Sein Gehalt verdoppelte sich auf 5,4 Millionen Euro. Bei Zetsche lag das Plus bei 16 Prozent. Einen Aufschlag von jeweils mehr als 20 Prozent wurde Herbert Hainer von Adidas (insgesamt 4,6 Millionen) und Reinhard Ploss von Infineon (Gesamt-Vergütung 2,6 Millionen) gewährt.

Deutsche-Bank-Co-Chef Fitschen hat größte Einbußen

Dagegen war die Einbuße für Deutsche Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen mit 43 Prozent von 6,7 auf nur noch 3,8 Millionen Euro am größten. Um 22 Prozent ging es bei Post-Chef Frank Appel nach unten (auf 4,5 Millionen Euro), um 20 Prozent bei BASF-Chef Kurt Bock (auf 4,2 Millionen)

Hinter Zetsche war der Studie zufolge Karl-Ludwig Kley, erster Mann bei Merck, mit 7,7 Millionen Euro der am zweitbesten bezahlte Spitzen-Manager. Auf Platz drei folgt mit 6,4 Millionen Joe Kaeser von Siemens vor Kasper Rorsted von Henkel mit 6,3 Millionen Euro. Betrachtet man die tatsächlichen ausgezahlten Gehälter, also Festgehalt, Bonus und Zahlungen aus Boni der Vergangenheit, stehen hinter Zetsche Post-Chef Appel und Marijn Dekkers von Bayer mit jeweils rund 7,7 Millionen Euro auf den folgenden Plätzen.

Nach Ansicht von Uder haben sich die Bezüge der Dax-Chefs 2015 stärker als in der Vergangenheit an den Unternehmensergebnissen orientiert. Nur bei Deutscher Telekom, bei RWE und bei Siemens verdienten die Top-Manager gegen den negativen Trend der Konzernzahlen mehr. Bei der Telekom etwa schrumpfte der Gewinn vor Steuern und Zinsen um drei Prozent, Vorstandschef Timotheus Höttges kassierte aber mit 4,9 Millionen Euro 19 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Im Ausland wird mehr bezahlt

Trotz eines gestiegenen Gewinns gab es dagegen für Henkel-Chef Rorsted und Vonovia-Chef Buch weniger. „Der Vorstand ist maßgeblich für den Erfolg des Unternehmens verantwortlich. Das sollte sich auch monetär widerspiegeln“, sagt Uder. Kurzfristige und langfristige Vergütungskomponenten sollten sich deshalb im Gleichklang mit den Unternehmensergebnissen entwickeln.

Nach wie vor werden deutsche Konzernchefs schlechter bezahlt als ihre Kollegen im Ausland. Der Studie zufolge lag das Durchschnittsgehalt in Europa im vergangenen Jahr bei 6,9 Millionen Euro, in den USA waren es umgerechnet sogar 17,1 Millionen Euro. Dies, so Uder, sei eben üblich und „kulturell“ begründet.

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