Wirtschaft : Vereinsbank-Aktionäre mit Fusion zufrieden

MÜNCHEN (tmh).Mit der Zustimmung ihrer Aktionäre hat die Bayerische Vereinsbank AG (BV) die letzte Hürde zur Fusion mit der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank AG, beide München, übersprungen.Wie die Bank in München mitteilte, stimmten deren Aktionäre bei der Hauptversammlung am Dienstag mit 99,99 Prozent dem geplanten Zusammenschluß mit der Hypobank zu."Dies ist eine historische Stunde", erklärte BV-Chef Albrecht Schmidt.Das neue Institut namens Bayerische Hypo- und Vereinsbank (BHV) AG will am 1.September als zweitgrößte deutsche Privatbank an den Start gehen.Mit der größten Bankenfusion Deutschlands habe die BHV eine Größe erreicht, die weitere Expansion erlaube, sagte Schmidt, der auch Vorstandschef der neuen Großbank wird.

Wachsen wolle man in den kommenden fünf Jahren speziell in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und europäischen Kernmärkten, wobei auch "geeignete Akquisitionen" angestrebt würden.Zu diesem Zweck ließ sich die BV von ihren Aktionären nominal 500 Mill.DM genehmigtes Kapital schaffen.Wie vor Wochenfrist beim Aktionärstreffen der Hypo-Bank stieß die Ehe zwischen den beiden bayerischen Großbanken nach 120 Jahren gegenseitiger Konkurrenz auf die nahezu ungeteilte Gegenliebe aller Anteilseigner.Die Fusion sei eine "geniale Lösung", urteilten Aktionärsvertreter.Sie gebe Raum für neue Visionen und schreibe die "Erfolgsstory" der BV fort."Wir müssen paneuropäisch präsent sein", sagte Schmidt.Im Zentrum der Wachstumsstrategie stünden ausgewählte Regionen, Kundengruppen und Geschäftsfelder.

Zum einen will sich die BHV auf Privatkunden und den Mittelstand konzentrieren.Die deutschen Marktanteile von 4,5 Prozent bei Firmenkunden und 4,3 Prozent bei Privatkunden seien "noch ungenügend".Eine weitere Stoßrichtung sei die Vermögensverwaltung, die binnen fünf Jahren von 217 Mrd.DM auf ein verwaltetes Vermögen von 500 Mrd.DM gebracht werden soll.Im Bereich der Immobilienfinanzierung seien die vereinigten Institute bereits die Nummer eins in Europa.Die jährlichen Synergieeffekte der Fusion bezifferte Schmidt auf 1 Mrd.DM.Zu Entlassungen soll es entgegen ursprünglicher Befürchtungen der Belegschaft auch weiterhin nicht kommen.Bis zu 6000 der insgesamt 40 000 Mitarbeiter beider Institute müßten aber mit einem Arbeitsplatzwechsel "zwischen Deggendorf und Hongkong" rechnen, hieß es.Den Einsparungen stehen Kosten im Zuge der Fusion von 1,3 Mrd.DM gegenüber.Als Ertragsziel nannte Schmidt eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 15 (bislang 9,4) Prozent bis 2003.

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