Verhandlungen : Bahn-Tarifstreit: Kein Durchbruch

Nach wochenlangem Tarifkampf haben sich die Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL erstmals wieder zu offiziellen Verhandlungen zusammengesetzt. Sie suchten nach einer Lösung in dem festgefahrenen Konflikt. Ein rascher Durchbruch zeichnete sich am frühen Abend nicht ab.

BerlinDas heutige Treffen der Spitzenfunktionäre von Bahn und GDL drehte sich um letzte Details des von der Bahn vergangene Woche vorgelegten Angebots. Neben Mehdorn saß für die Bahn auch Personalvorstand Margret Suckale am Tisch. Für die GDL nahmen außer Manfred Schell die stellvertretenden Vorsitzenden Claus Weselsky und Günther Kinscher teil. Auch der GDL-Tarifexperte Joachim ten Hagen ist zugegen.

Nach wiederholten Streiks in den letzten Wochen war die Bahn auf Forderungen nach einer Lohnerhöhung eingegangen. Strittig blieb jedoch bis zu letzt, ob die GDL explizit einen eigenen Tarifvertrag erhält, um sich von den anderen Gewerkschaften abzugrenzen.

Die Bahn spricht sich mit Transnet und GDBA ab

Die Bahn hatte sich bereits am Donnerstag mit Transnet und GDBA, die beide mit der GDL konkurrieren, auf ein neues Tarifsystem geeinigt. GDL-Chef Manfred Schell verlangt, die Regelungen zu Einkommen und Arbeitszeit vollkommen unabhängig von den anderen Gewerkschaften Transnet und GDBA zu verhandeln. "Wir wollen einen wirklichen eigenständigen Tarifvertrag und keine Worthülse."

Transnet und GDBA hatten mit der Bahn für 135.000 Beschäftigte unter anderem Einkommenszuwächse von mindestens zehn Prozent bis Ende 2010 vereinbart. Zudem soll es künftig neben einem Basis-Tarifvertrag einzelne Tarifverträge für sechs Tätigkeitsgruppen geben. Den für die Lokführer könnte dabei die GDL aushandeln, müsste ihn jedoch mit den anderen Gewerkschaften abstimmen, forderte die Bahn.

Bahn bietet Lokführern mindestens acht Prozent mehr

Mehdorn versicherte der "Bild"-Zeitung, die GDL könne "für die Belange aller Lokführer selbstständig Tarifverhandlungen über Entgelte und Arbeitszeiten führen, diese spezifischen Tarifverträge abschließen und sogar kündigen". Im Rahmen der Tarifeinheit sei durchaus Vielfalt möglich. Der Bahnchef äußerte sich optimstisch für die heutige Verhandlungsrunde.

"Wir bieten jedem Lokführer mindestens acht Prozent mehr Geld. Davon können Millionen Arbeitnehmer und Rentner nur träumen. Wie man das ablehnen kann, ist mir schleierhaft." Für zwei Stunden Mehrarbeit gebe es fünf Prozent zusätzlich. "Das nenne ich fair", sagte der Manager. (mist)

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