Wirtschaft : Verhandlungen bei Telekom vertagt

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Berlin - Die Deutsche Telekom und die Gewerkschaft Verdi haben am Mittwochabend ihre Verhandlungen nach zwei Tagen ohne Ergebnis unterbrochen. Die Telekom will mindestens 50 000 Mitarbeiter in neue Servicegesellschaften auslagern. Dort sollen sie länger arbeiten und weniger verdienen. Vor allem die Entgelte für Berufsanfänger will die Telekom reduzieren. Die Gespräche mit Verdi sollen am 12. April fortgesetzt werden.

„Die Situation bleibt weiter schwierig“, sagte ein Telekom-Sprecher dem Tagesspiegel. Verdi bleibe bei der Forderung, dass beim Entgelt alles beim Alten bleiben müsse, und verlange eine Ausweitung des Schutzes vor betriebsbedingten Kündigungen über das Jahr 2008 hinaus. „Die Frage, was die Telekom im Gegenzug bekommt, bleibt unbeantwortet“, sagte der Sprecher.

Verdi kündigte massiven Widerstand gegen die Weigerung der Telekom an, jetzt einen umfassenden tarifvertraglichen Schutz der von der geplanten Auslagerung in Servicegesellschaften betroffenen Beschäftigten zu vereinbaren. „Wenn die Telekom ihre Blockadehaltung nicht aufgibt, werden sich die Beschäftigten wehren“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder. „Die Telekom-Pläne sind rücksichtslos und zeigen, dass die Arbeit der Beschäftigten nur noch als Kostenfaktor und nicht als Aushängeschild des Konzerns betrachtet wird.“

Die Börse bewegte am Mittwoch ein anderes Thema: Italienische Zeitungen berichteten, Telecom Italia könnte die Telekom zur Hilfe rufen, um sich gegen unerbetene Übernahmepläne aus Übersee zu wehren. Eine Gruppe italienischer Banken könne mit Unterstützung aus Deutschland ein Gegenangebot zur Offerte des US-Konzerns AT&T und des mexikanischen Telekombetreibers America Movil machen, berichteten „Il Sole 24 Ore“ und „MF“. Die Telekom wollte die Berichte nicht kommentieren. Die T-Aktie schloss am Mittwoch bei 13 Euro knapp 0,9 Prozent im Plus. vis/AFP

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