Wirtschaft : Verhandlungen mit dem Mehrheitsaktionär über die Übernahme von Mitsui Pharmaceutical sind im Gange

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Schering will die Pharmatochter des japanischen Mitsui-Konzerns übernehmen. Entsprechende Verhandlungen würden derzeit mit Mehrheitsaktionär Mitsui Chemical geführt, erklärte eine Schering-Sprecherin am Donnerstag. Wegen der laufenden Verhandlungen seien indes keine weiteren Informationen möglich, so die Unternehmenssprecherin. Mitsui ist einer der größten und ältesten japanischen Konzerne mit einem Jahresumsatz von 118 Milliarden US-Dollar (230 Milliarden Mark). Der Mischkonzern ist unter anderem in der Chemie, im Maschinenbau, in der Telekommunikation, im Fahrzeugbau sowie in der Lebensmittel- und Textilindustrie tätig.

Das Pharmaunternehmen Mitsui Pharmaceutical mit 600 Beschäftigten wird 1999 voraussichtlich einen Umsatz von 200 Millionen Dollar erzielen (390 Millionen Mark). Die Japan-Tochter von Schering, Nihon Schering K.K., setzte 1998 mit 1200 Beschäftigten rund 643 Millionen Mark um. In den ersten neun Monaten legte der Umsatz in Japan und in Asien um 30 Prozent beziehungsweise 14 Prozent zu. Der Schering-Konzern erwartet für 1999 insgesamt einen Umsatz von 7,05 Milliarden Mark, nachdem es in den ersten neuen Monaten einen Anstieg um neun Prozent auf 5,3 Milliarden Mark gegeben hatte. Im gleichen Zeitraum war der Gewinn um zehn Prozent auf rund 415 Millionen Mark gestiegen. Im kommenden Jahr sollen Umsatz und Ergebnis um jeweils zehn Prozent steigen, hatte das Unternehmen anläßlich der Bekanntgabe der Neunmonatszahlen Mitte November angekündigt.

Scherings Intersse an Mitsui Pharmaceutical könnte nach Angaben aus Branchenkreisen unter anderem die Medikamente zur Krebsbehandlung, die Diagnostika sowie die Vertriebskanäle zu den Krankenhäusern betreffen. Mitsui Chemical hält rund 80 Prozent der Anteile an Mitsui Pharmaceutical Inc.. Dem Vernehmen nach soll bis Ende Januar eine Einigung über den Verkauf der Anteile erzielt werden.

Schering hatte kürzlich bekräftigt, das Japan-Geschäft deutlich ausweiten zu wollen. So sollte auch das Therapeutika-Geschäft durch ein Gemeinschaftsunternehmen oder den Erwerb eines Unternehmens angekurbelt werden, hieß es Mitte November. Bei der seit Jahresmitte in Japan vertriebenen Antibabypille will Schering einen Marktanteil von 30 Prozent erreichen.

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