Wirtschaft : Verhandlungen mit Übernahme-Interessenten laufen

Der Deutsche Binnenwerften GmbH in Berlin droht nach massiven Zahlungsproblemen das Aus. Der frühere VEB, der nach eigenen Angaben zu den führenden deutschen Anbietern gehört, hofft aber auf eine Weiterführung unter neuen Eigentümern. Der geschäftsführende Gesellschafter Josef Walter bestätigte am Montag, dass Anfang Dezember der Insolvenzantrag gestellt worden ist. Betroffen sind etwa 230 Beschäftigte. Der Insolvenzverwalter verhandele jedoch bereits mit vier Interessenten. Die Binnenwerften erwirtschafteten 1999 einen Umsatz von über 30 Millionen Mark. Der Ertrag waren wie in den vorangegangenen Jahren negativ. Seit September zahlt das Unternehmen mit insgesamt fünf Standorten in Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg keine Löhne.

Eine konkrete Aussage zur Zukunft der Firma lasse sich noch nicht machen, sagte Walter. Die wesentlichen Weichen müssten aber bis 1. Februar gestellt sein. "Das muss alles sehr schnell gehen." Der technische Ruf der Werft sei hervorragend. Um sie fortzuführen, komme es darauf an, dass die Beschäftigten im Unternehmen blieben. An den Standorten Genthin und Tagermünde, Oranienburg, Dresden-Laubegast und in Berlin werde weiter gearbeitet.

Walter bestätigte einen Bericht der "Berliner Zeitung", wonach Ende November Mitglieder des Gesamtbetriebsrates und die IG Metall ein Ultimatum gestellt hätten. Sie drohten mit einem Konkursantrag, wenn nicht bald gezahlt werde. Daraufhin sei er selber zum Konkursgericht gegangen. Die Deutschen Binnenwerften sind aus dem VEB Schiffsreparaturen Berlin hervorgegangen. Im Zuge der Privatisierung erwarb knapp die Hälfte der damals rund 500 Beschäftigten zusammen mit vier Managern den Werftenverbund von der Treuhandanstalt. Das Unternehmen hat bislang über 100 Schiffe geliefert: Ausflugsschiffe, eine Autofähre und einen Zollkreuzer.

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