Wirtschaft : „Verkäufer wollen das Ereignis auch feiern“

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Frau Mönig-Raane, ganz Deutschland freut sich auf die WM, Verdi dagegen gibt mit Klagen gegen verlängerte Öffnungszeiten den Spielverderber. Warum?

Wir freuen uns auf die Spiele! Auch die Beschäftigten in den Kaufhäusern wollen zusammen mit den Besuchern aus aller Welt dieses wunderbare Ereignis feiern. Das geht aber nicht, wenn sie nach 20 Uhr und sonntags arbeiten müssen, in leeren Geschäften stehen und über die verlängerten Öffnungszeiten von der Party ausgeschlossen sind.

Könnten die ausgedehnten WM-Öffnungszeiten nicht auch eine Chance für mehr Umsatz und mehr Beschäftigung sein?

Wir haben während des Papstbesuches und der Expo bereits Erfahrungen mit dem Verkauf am späten Abend und an Sonntagen gemacht. Das hat nicht zu mehr Umsatz, sondern nur zu Umsatzverlagerungen geführt. Aufwand und Ertrag stehen in keinem Verhältnis. Die Einkäufe kann man auch bis 20 Uhr machen. Und danach feiern gehen.

Planen Sie weitere Klagen?

Die Bedingungen in den einzelnen Bundesländern sind unterschiedlich, aber da, wo es möglich ist, werden wir klagen.

Margret Mönig-Raane (58) ist stellvertretende Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Sie ist für den Fachbereich Handel zuständig. Das Gespräch führte Maren Peters.

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