Verkauf einer Traditionsmarke : Schiesser entscheidet über Verkauf – an Joop?

Der insolvente Unterwäschehersteller Schiesser will am Mittwoch darüber entscheiden, mit welchem Investor er Verkaufsverhandlungen aufnimmt. Der Gläubigerausschuss soll die Angebote prüfen.

Berlin - Der Investor müsse nicht nur einen angemessenen Kaufpreis zahlen, sondern auch die Basis für ein dauerhaftes Überleben des Unternehmens sichern, sagte der Insolvenzverwalter des Unternehmens, Volker Grub. „Glücksritter haben keine Chance.“ Im Juli hatte Grub als Grundlage für die Verhandlungen um Schiesser einen Buchwert von 70 Millionen Euro genannt.

Unter den Interessenten ist neben der bisherigen Eigentümerfamilie Bechtler aus der Schweiz auch ein Konsortium um den Potsdamer Modeschöpfer Wolfgang Joop. „Auf das Ergebnis aus dem Gläubigerausschuss warten wir gespannt“, sagte eine Sprecherin der Investorengruppe um Joop dem Tagesspiegel. Grub geht indes nicht von einem schnellen Verkauf des Unternehmens aus. „Der 1. April scheint mir der früheste Zeitpunkt zu sein“, sagte er.

Schiesser hatte im Februar Insolvenz angemeldet, weil die Eigentümerfamilie Bechtler und die Banken nicht mehr bereit gewesen waren, zusätzliches Geld zur Verfügung zu stellen. Am Wochenende hatte das Unternehmen jedoch verkündet, wieder in den schwarzen Zahlen zu sein. „Leichte Verluste im Großhandelsgeschäft werden durch Zuwächse im Einzelhandel mehr als ausgeglichen“, erklärte Grub. Der Insolvenzverwalter hatte einen Großteil der für Schiesser verlustreichen Lizenzverträge für Marken wie Puma oder Tommy Hilfiger oder Levi’s gekündigt. Zusätzlich hatte er einen Fabrikverkauf auf dem Firmengelände eröffnet. jmi

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