Wirtschaft : Verkaufen oder abwarten? - Was Analysten zur Mannesmann-Aktie sagen

Jetzt verkaufen? Oder doch noch abwarten? Für Mannesmann-Aktionäre ist der drohende Übernahmekampf um das Traditionsunternehmen ein Nervenkrieg. Vorerst allerdings geben Analysten Entwarnung und raten zum Abwarten. Damit aber geht das Rätselraten weiter: 215 Euro? 230 Euro? Oder gar 250? Über die Höhe eines möglichen Vodafone-Angebots an die Aktionäre von Mannesmann spekulieren die Börsianer noch. "Wer jetzt voreilig Gewinne realisiert, verschenkt wahrscheinlich Geld", sagt Stefan Gäde von der Hamburgischen Landesbank. Von der fundamentalen Bewertung her sei ein Kursniveau von über 200 Euro zwar "irrwitzig hoch", jedoch könne die sich anbahnende Übernahmeschlacht noch interessant für den Kurs werden. Es sei durchaus denkbar, dass noch ein weiterer Interessent auf den Plan trete. Als Kandidaten nennt er MCI Worldcom oder Bellsouth. Sein Rat an die Anleger lautet: "Ruhe bewahren und die Entwicklung abwarten."

Zu Hektik sieht auch Holger Grawe, Telekommunikationsanalyst der WestLB, keinen Grund. "Für uns ist Mannesmann unverändert ein Outperformer." Auch Grawe hält einen Bieterkampf um Mannesmann für möglich, allerdings mit anderen Akteuren: Für ihn sind Bell Atlantic, British Telecom und SBC Communications mögliche Interessenten. Sollten weitere Bieter hinzukommen, so Grawe, könnte auch ein verbessertes Angebot von Vodafone nicht das letzte Wort sein.

Auch Anlegerschützer raten dazu, Mannesmann-Aktien zunächst nicht zu verkaufen. "Grundsätzlich ist es aber aus Aktionärssicht nicht schlecht, wenn auch in Deutschland der Versuch einer feindlichen Übernahme gestartet wird", sagt Jürgen Kurz, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. "So wird den Unternehmen hier bewusst, dass es sinnvoll ist, etwas für den Kurs zu tun, um solche Übernahmen zu erschweren."

Zum Kauf von Mannesmann-Aktien raten Analysten zurzeit nur unter spekulativen Gesichtspunkten. Die Papiere seien zwar sehr teuer, könnten aber eventuell mit Gewinn weiterverkauft werden. Ein Übernahmeangebot von 215 Euro dürfte dabei den unteren Rand darstellen.

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