Wirtschaft : Verkehrstechnik bekommt Rückenwind

Region beteiligt sich am Ideen-Wettbewerb des Bundes BERLIN (chi).In der Berliner Senatsverwaltung scheint nun doch einiges in Bewegung zu geraten, das Schlagwort vom "Kompetenzzentrum für Verkehr" mit Inhalten zu füllen - von dem man sich neue und vor allem zukunftsträchtige Arbeitsplätze in der Region verspricht.Erste Weichen dafür wurden bei der Sitzung des gemeinsamen Koordinierungsrates der Landesregierungen von Berlin und Brandenburg am Mittwoch gestellt.Dabei einigte man sich - wie berichtet - grundsätzlich auf die Errichtung eines Bahntechnischen Erprobungszentrums in Hennigsdorf und den damit verbundenen Bau einer Teststrecke für die Schienenfahrzeugindustrie, deren Kosten auf 150 Mill.DM geschätzt werden.Darüberhinaus wollen beide Länder bei der Auftragsvergabe im Regionalverkehr und bei bahntechnischen Projekten stärker zusammenarbeiten.Zugleich wurde aber auch bekannt, daß sich Berlin und Brandenburg gemeinsam an einem Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums beteiligen werden, bei dem Leitprojekte unter dem Titel "Mobilität in Ballungsräumen" gesucht werden.Dabei könnte es um Fördergelder in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe gehen. Unter dem Dach des Forschungs- und Anwendungsverbundes Verkehrssystemtechnik Berlin (FAV), einer gemeinsamen Tochter der Technologiestiftung, der TU Berlin, der Wissenschaftsverwaltung und der Herlitz Falkenhöh AG, wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die die Projekte für den Ideen-Wettbewerb definieren soll.Wie FAV-Leiter Axel Sanne sagte, gehe es dabei um "die Verknüpfung von Stadt- und Regionalverkehr im weitesten Sinne".Deshalb sei eine Beteiligung Brandenburgs auch "wünschenswert".An der Arbeitsgruppe seien Vertreter der Industrie, der Forschung und des Senats beteiligt.Abgabetermin für das erste Auswahlverfahren sei Ende Mai. Wie im Bundesforschungsministerium zu erfahren war, sollen die Leitprojekte "nicht mit Kleckerbeträgen" gefördert werden.Das Ministerium habe zunächst einen Förderrahmen von 100 Mill.DM gesichert, doch dies müsse nicht die Obergrenze sein, sagte Ministeriumssprecher Stefan Rehder.Wieviel auf die einzelnen Projekte entfallen könnte, werde sowohl von der Zahl der ausgewählten Vorhaben als auch von deren Inhalt abhängen.Rehder betonte, daß sich das Ministerium - ähnlich wie beim Bioregio-Wettbewerb, bei dem Berlin nur knapp unterlegen ist - "auf wenige Schwerpunktprojekte konzentrieren will".Doch habe sich bereits beim Bioregio-Wettbewerb gezeigt, "daß sich auch Risikokapital mobilisieren läßt".Im Vergleich zum Fördervolumen von jeweils 50 Mill.DM für die drei ausgewählten Regionen sei durch den Bioregio-Wettbewerb insgesamt Risikokapital von gut 500 Mill.DM mobilisiert worden.Ziel des Wettbewerbs sei es, "zukunftsfähige Lösungen anzustoßen", sagte Rehder. Im Gegenzug für ein stärkeres Engagement der Potsdamer Landesregierung an Berliner Projekten scheint die Senatsverwaltung bereit, sich unter anderem an der in Brandenburg seit langem diskutierten Teststrecke für die Bahnindustrie zu beteiligen.Voraussetzung sei aber, daß diese in Hennigsdorf - also in direkter Nähe zur Industrie - gebaut werde, hieß es in Berlin.Wie aus dem Potsdamer Wirtschaftsministerium verlautete, könnte damit eine endgültige Entscheidung für den Bau der Strecke "in den nächsten Wochen" fallen.

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