Wirtschaft : Verkehrstechnik setzt auf Berlin

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Die Zentrale kam 1994 an die Spreechi

Der Jubel an der Spree war groß, als sich Siemens 1994 entschloß, den neuen Vorstandsbereich Verkehrstechnik - kurz VT - mit Hauptsitz nach Berlin zu verlagern.Hatte man hier doch schon alle Hoffnungen aufgegeben, daß die großen westdeutschen Konzerne ihre Zentralen (wieder) in der Hauptstadt ansiedeln würden.Doppelt groß war die Freude, weil mit der Verkehrstechnik zugleich ein Bereich in die Stadt kam, der zu den am schnellsten expandierenden Geschäftsfeldern des Konzerns zählt: Von 1989 bis 1996 hat sich der Umsatz auf 4,3 Mrd.DM nahezu vervierfacht - neben Adtranz, mit Sitz ebenfalls in Berlin, und GEC Alsthom zählt die Siemens VT damit zu den großen Anbietern der Branche.Rund 50 Prozent des Umsatzes wird im Ausland erzielt, mit Niederlassungen in 190 Staaten zählt die Gruppe weltweit 12 500 Beschäftigte, davon noch knapp 9000 in Deutschland.Wie die Konkurrenz allerdings bleibt auch Siemens VT nicht vom Strukturwandel verschont: In diesem Jahr wird nach Angaben von VT-Vorstand Wolfram O.Martinsen voraussichtlich ein Minus von 100 Mill.DM zu Buche stehen, Folge auch der laufenden Restrukturierungen.Gleichzeitig aber wurden in den letzten Jahren rund 500 Mill.DM in Produktentwicklungen investiert."Konzentration auf Kernkompetenzen" lautet die Devise.Das bedeutet Stellenabbau an den deutschen Standorten Braunschweig, Erlangen, Düsseldorf, Krefeld und Kiel - nur in Berlin, wo Siemens 1992 die WSSB Verkehrstechnik in Treptow von der Treuhand kaufte und etwa 1300 Mitarbeiter zählt, gibt es Zuwachs: Erst kürzlich wurde der Bereich "Gesamtanlagen", der für die Projektsteuerung weltweit zuständig ist, von Erlangen an die Spree verlegt.

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