VERKEHRSTEILNEHMER : Mobil mit sauberem Gewissen

Rund 50 Millionen Autos sind auf deutschen Straßen unterwegs, ihr Durchschnittsalter liegt bei knapp sieben Jahren. Neufahrzeuge bliesen je gefahrenen Kilometer im Schnitt 173 Gramm klimaschädliches Kohlendioxid aus – die Tendenz war zuletzt steigend. Die Klimabilanz deutscher Autohersteller ist im europäischen Vergleich schlecht. Doch nicht nur der Druck der Politik sorgt dafür, dass sich die Hersteller umstellen. Auch die Kunden fragen häufiger nach sauberen Autos. Der Anteil verbrauchsgünstiger Fahrzeuge mit einem CO2-Wert von weniger als 130 Gramm pro Kilometer ist laut Branchenverband VDA in den ersten neun Monaten 2007 um 33 Prozent gestiegen. Etwa die Hälfte aller Neufahrzeuge in Deutschland läuft mit einem Dieselmotor. Rund 60 000 Fahrzeuge sind mit erdgasbetriebenen Motoren unterwegs. Die Pläne der EU zur Einführung von CO2- Sanktionen sowie eine nationale Kfz- Steuer, die sich am Schadstoffausstoß orientieren soll, dürften die Anreize zum Kauf schadstoffarmer Autos erhöhen.

Dem Bedürfnis der Kunden nach Mobilität mit sauberem Gewissen kommen auch die Fluggesellschaften entgegen. Immer mehr Airlines ermuntern werbewirksam ihre Kunden zu „CO2-Kompensationsgeschäften“: Klimaspenden an Organisationen wie Atmosfair oder Myclimate sollen als Kompensation für den CO2- Ausstoß dienen. Ein Beispiel: Für den einfachen Flug von Berlin nach Rom sollten Economy-Passagiere drei Euro spenden, rechnet die Lufthansa auf ihrer Homepage vor. Denn für die 1201 Kilometer fielen 166 Kilogramm CO2 an. Damit würden über Myclimate Klimaschutzprojekte in Indien unterstützt. Auch Tuifly und Virgin Atlantic sind Partner der Schweizer Organisation.

Die Branche trägt, ähnlich wie die Automobilindustrie, zwar einen insgesamt relativ kleinen Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß. Doch die Wachstumsraten sind enorm. Allen guten Vorsätzen zum Trotz locken Billigangebote immer mehr Menschen in die Luft: Im Sommer 2007 stieg allein die Zahl der in Deutschland gestarteten Flugpassagiere dem Statistischen Bundesamt zufolge um 5,5 Prozent auf 60,4 Millionen. jul/mot

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