Wirtschaft : Verkehrstelematik: Transportlogistik als Zukunftsmarkt für Berlin

gih

Die Verkehrstelematik: Sie soll die wachsenden Waren- und Personenströme auf den oft schon überlasteten Wegen erkennen, analysieren und lenken - so dass deren Leistungsfähigkeit ohne einen Ausbau um etwa 30 Prozent steigen kann. Hardware und Software für die Verkehrstelematik werden schon jetzt allenthalben gebraucht, und der Markt wird in den nächsten Jahren stark wachsen. Berlin hat auch auf diesem Sektor eine große wissenschaftliche Kompetenz - wohl die größte in Deutschland, aber die Ideen, die hier geboren wurden, werden fast ausschließlich in anderen Teilen der Republik zu konkreten Produkten umgesetzt.

Um Forscher und Anwender zusammenzubringen, um die Ansiedelung weiterer Hersteller zu fördern, wurde das Anwendungszentrum Intermodale Verkehrstelematik gegründet, es soll mit seiner Arbeit im ersten Schritt zum Jahresende beginnen.

Eine wichtige Voraussetzung dafür dürfte auch bald geklärt sein, denn als Anschubfinanzierung werden zwölf bis 15 Millionen Mark benötigt. Wissenschaftssenator Christoph Stölzl konnte zwar noch keine konkrete Zusage über Fördermittel für das neue Anwendungszentrum machen, die Entscheidung werde aber in wenigen Tagen fallen. Und da es eine prinzipielle Zusage des Regierenden Bürgermeisters gibt, gehe es nun vorrangig um Fragen der "Stückelung", also um die Zusammensetzung des Betrages aus EU-, Bundes- und Landesmitteln, sagte Stölzl den Teilnehmern des Forschungspolitischen Dialogs "Intermodale Verkehrstelematik". Diese Tagung wird von der Berliner Wissenschaftsverwaltung, der Technologiestiftung Innovationszentrum Berlin und dem Veranstaltungsforum der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck in Zusammenarbeit mit der Wissenschaftsverwaltung des Landes Brandenburg veranstaltet.

Das Ballungsgebiet Berlin verfügt immerhin über etwa 150 Herstellungs- und Zulieferbetriebe der Bahn- und Kraftfahrzeugtechnik mit über 30 000 Arbeitsplätzen. Und dort wird in steigendem Maße Telematik eingesetzt. "Die BVG braucht eine neue Leitzentrale, die Bahn AG Fahrgast-Informationssysteme", sagte der Vorsitzende des Fördervereins Kompetenzregion Verkehr Berlin-Brandenburg, Wilhelm Möllemann, auf konkrete Projekte angesprochen. Bei solchen Vorhaben geht es um Volumina von jeweils 20 Millionen Mark und mehr.

Und die Zeit drängt, denn "eine solche Technik kann überall entwickelt und dann auch überall eingesetzt werden", mahnte Wolfgang Steinicke vom Forschungs- und Anwendungsverbund Verkehrssystemtechnik Berlin (FAV).

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