Verkehrstipps : Endspurt zum Fest

Wie man selbst und die Geschenke rechtzeitig zu Heiligabend ankommen. Und was man tun kann, wenn es doch nicht klappt.

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Ausgefallene Flieger, verspätete Züge, unerreichbare Hotlines – und das kurz vor Weihnachten. Kein Wunder, dass sich viele Menschen Sorgen machen: Schaffe ich es, an Heiligabend zu meiner Familie zu reisen? Kommen Geschenke, die ich im Internet bestellt habe, pünktlich an? Und was kann ich tun, wenn es Probleme gibt?

FLUG

Verschneite Start- und Landebahnen führten auch am Montag dazu, dass viele Flugreisende an den Airports festsaßen. Besonders betroffen waren Lufthansa-Kunden, da das Drehkreuz in Frankfurt am Main weitgehend lahmlag.

Stornieren, umbuchen, Bahn fahren: Kunden haben die Wahl, ihren Flug zu stornieren und sich ihr Ticket erstatten zu lassen, auf einen späteren Flug umzubuchen oder ihr Flugticket gegen eine Bahnfahrkarte umzutauschen. Letztere Möglichkeit bieten sowohl Lufthansa als auch Air Berlin. Allerdings kann man sich nicht einfach mit dem Flugticket in den Zug setzen. Bei der Lufthansa zieht man ein „Bahnersatzticket“ am Automaten, bei Air Berlin gibt es einen Gutschein für die Bahn. Kunden, die keine Zeit oder Lust haben, erst zum Flughafen und dann zum Bahnhof zu fahren, müssen die Bahnfahrkarte auslegen und sich das Geld von der Fluggesellschaft zurückholen.

Essen, Trinken und ein Hotel: Kunden, die sich für eine Umbuchung entscheiden, haben Anspruch darauf, von der Fluggesellschaft versorgt zu werden – Essen, Trinken, Anrufe, notfalls auch Hotelübernachtungen können gestrandete Reisende verlangen, sagt Eva Klaar von der Verbraucherzentrale Berlin. Dabei vermitteln die Airlines das Hotel und den Transfer. In Berlin würden die Hotelzimmer jedoch allmählich knapp, heißt es bei Air Berlin. Notfalls werden Feldbetten aufgestellt.

Ausgleich: Schadenersatz können Reisende jedoch nicht verlangen, wenn die Flugsicherung wegen der Wetterverhältnisse Flüge verbietet. Dann ist das höhere Gewalt und befreit die Fluggesellschaften von Ausgleichszahlungen.

Anschlussflug verpasst: „Ist der Flug als Ganzes gebucht, trägt die Airline das Risiko“, sagt Reiserechtsexpertin Klaar. Wer einen Flug von Berlin nach New York mit Umsteigen in Frankfurt gebucht hat, kann verlangen, dass er kostenlos auf einen anderen Flug in die USA umgebucht wird, wenn er seine Reise in Berlin nicht antreten kann. Wenn man zwei getrennte Flüge gebucht hat, sieht das anders aus: „Dann muss man auf die Kulanz der Fluggesellschaft hoffen, die den Interkontinentalflug anbietet“, warnt Klaar.

Vorher informieren: Alle Airlines raten ihren Kunden vor der Fahrt zum Flughafen im Internet nachzuschauen, ob der Flug stattfindet. Alternativ kann man die Hotlines anrufen. Während das bei Air Berlin am Montag funktionierte, gab es bei Lufthansa praktisch kein Durchkommen.

Die Aussichten: Die Lufthansa will bereits ab dem heutigen Dienstag ihren Flugbetrieb wieder ausweiten – vorausgesetzt, die Temperaturen steigen, wie im Wetterbericht vorhergesagt. Passagiere, die lieber auf die Bahn umsteigen wollen, können ihre Tickets kostenlos zurückgeben.

BAHN

Doch auch die Bahn hat Probleme. Wegen eingefrorener Weichen fallen Züge aus oder kommen verspätet. Ob Kunden Schadenersatz verlangen können oder ob sich die Bahn auf höhere Gewalt beruft, werde im Einzelfall entschieden, sagt ein Sprecher. „Man sollte aber auf jeden Fall eine Entschädigung beantragen“, rät er. Ist die Bahn an der Verzögerung schuld, gibt es bei Verspätungen von einer Stunde 25 Prozent des Fahrpreises zurück, bei Verzögerungen von mindestens zwei Stunden 50 Prozent. Über Verspätungen oder Ausfälle kann man sich im Internet oder telefonisch informieren.

Fahrkarten zurückgeben: Wer will, kann bereits gekaufte Fahrkarten – gebührenfrei – zurückgeben, das Angebot gilt bis zum 27. Dezember. Auch das Geld für die Sitzplatzreservierungen erstattet das Staatsunternehmen.

Reservieren zu Weihnachten: Wer zum Weihnachtsfest mit der Bahn verreisen will, sollte nicht ins Blaue in einen Zug steigen, warnt die Bahn. „Versuchen Sie, einen Sitzplatz zu reservieren, dann sehen Sie, ob der Zug voll ist“, empfiehlt der Sprecher.

PAUSCHALREISEN
Ärgerlich, wenn man in den Urlaub fliegen will und am Flughafen festsitzt. Wer eine Städtereise übers Wochenende geplant hatte und nun ein oder zwei Tage später losfliegen soll, kann kündigen und bekommt sein Geld zurück, betont Reiserechtsexpertin Klaar. Bei längeren Urlaubsreisen kann man den Reisepreis zumindest für die Zeit mindern, die man notgedrungen noch zu Hause verbringt.

PAKETE

Die Deutsche Post DHL bleibt dabei: Pakete, die bis 22. Dezember 12 Uhr aufgegeben werden, sollen noch bis Heiligabend ausgeliefert werden. Konkurrent Hermes will das nicht mehr versprechen und bittet, Pakete so schnell wie möglich einzuliefern. Hermes hat in Berlin – wo derzeit täglich 80 000 Sendungen bearbeitet werden – ein zusätzliches Problem: In einem der drei Lager gab es eine technische Störung. Einige Sendungen blieben tagelang liegen. Ein Hermes-Sprecher sagte, es handele sich um Einzelfälle. Man bemühe sich nun, den Rückstau abzuarbeiten. Generell geben DHL und Hermes keine Garantien für die Laufzeiten eines Paketes. Daher gibt es – anders als bei Express- oder Kurierdiensten – auch keine Entschädigung, wenn Pakete verspätet ankommen. Anders sieht es aus, wenn ein Verkäufer eine Garantie abgibt. So wettet Neckermann.de im Netz immer noch, dass sofort lieferbare Waren, die bis zum 23. Dezember 12 Uhr bestellt werden, pünktlich zum Fest ankommen. Sonst gibt es den Kaufpreis zurück.

Informationen zu Verspätungen und Ausfällen: Bahn: Hotline: 08000-996633 (www.bahn.de), Lufthansa: 0800-8506070 (www.lufthansa.com), Air Berlin: 01805/737 800 (www.airberlin.com)

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