Wirtschaft : Verlagserbe Alexander Falk muss wieder ins Gefängnis

Karlsruhe - Der Verlagserbe und frühere Internetunternehmer Alexander Falk muss wegen versuchten Betrugs ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof (BGH) wies mit einer am Mittwochnachmittag veröffentlichten Entscheidung die von Falk eingelegte Revision gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg zurück. Die Richter hatten Falk 2008 zu vier Jahren Haft verurteilt. Seine Verteidiger wollen zunächst einen Aufschub der Gefängnisstrafe ihres Mandanten erreichen. Sie kündigten an, gegen die BGH-Entscheidung Verfassungsbeschwerde einzulegen.

Dem Sohn des Erfinders der Falk-Stadtpläne, Gerhard Falk, wird vorgeworfen, auf dem Höhepunkt des Internetbooms im Jahr 2000 gemeinsam mit vier seiner ehemaligen Manager den Wert der Firma Ision durch Scheingeschäfte bewusst geschönt und diese dann zu einem überhöhten Preis an eine britische Gesellschaft verkauft zu haben. Der vereinbarte Kaufpreis betrug rund 750 Millionen Euro. Ision wurde später weiterverkauft und entging nur knapp der Insolvenz. Den entstandenen Schaden beziffert die Anklage auf mindestens 47 Millionen Euro.

Mit der Entscheidung des BGH ist nun das Urteil des Landgerichts von 2008 rechtskräftig (Az. 1 StR 245/09). Sowohl Falk als auch die Staatsanwaltschaft hatten gegen das Urteil Rechtsmittel eingelegt. Die Staatsanwaltschaft hatte mit ihrer Revision bereits im Juni dieses Jahres Erfolg: Damals hatte der BGH die Entscheidung aufgehoben, dass das Landgericht neben der Haftstrafe darauf verzichtete, das Vermögen der Verurteilten einzuziehen. Damit müssen Falk und die Mitangeklagten nun rechnen.

Alexander Falk hatte während des Verfahrens, das Ende 2004 begann, bereits 22 Monate in Untersuchungshaft gesessen. Nun muss er den Rest seiner Strafe antreten. dpa/rtr

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