Wirtschaft : Verlagsgruppe Handelsblatt: Verhaltenes Wachstum angestrebt

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Das "Sahnehäubchen" des Jahres 2000 wird der Auflage der Titel aus der Verlagsgruppe Handelsblatt in diesem Jahr wohl fehlen. Dennoch geht Heinz-Werner Nienstedt, Sprecher der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handelsblatt davon aus, dass sich die Wirtschaftstitel des Unternehmens - "Handelsblatt", "Wirtschaftswoche" und "DM" - im Markt behaupten werden, ihre Marktanteile vielleicht sogar ausbauen können. "Auch wenn wir die negative Entwicklung an den Börsen in der Spitze im Einzelverkauf merken, wird das Interesse an Wirtschaftstiteln im Lesermarkt mittelfristig weiter zunehmen", sagte Nienstedt am Dienstag in Düsseldorf.

Im seit Jahresanfang rückläufigen Anzeigenmarkt habe die Verlagsgruppe unterproportional verloren, so Nienstedt. Rückläufige Anzeigenumfänge konnten durch Preiserhöhungen kompensiert werden. Vor allem die Werbekunden aus der Internetwirtschaft, die im vergangenen Jahr insgesamt 1,9 Milliarden Mark in klassische Werbung investiert haben, fallen in diesem Jahr aus. Auch die IT-Branche und die Finanzdienstleister halten sich bisher zurück. So stellt sich die Verlagsgruppe darauf ein, dass die Anzeigenumfänge in diesem Jahr im einstelligen Prozentbereich unter denen des Vorjahres liegen werden. Insgesamt rechnet Nienstedt aber damit, dass die Verlagsgruppe in diesem Jahr verhalten wächst. Im vergangenen Jahr haben alle entscheidenden Verlagsbereiche Rekordumsätze erzielt. So steigerte der größte Unternehmensbereich Zeitung seinen Umsatz um 22,7 Prozent auf 316,4 Millionen Mark. Die Magazine legten - auch durch die Einführung des Anlegermagazins "Die Telebörse" - am stärksten zu: um 39 Prozent auf 234,7 Millionen Mark. Der konsolidierte Gesamtumsatz stieg um 24,1 Prozent auf 842,1 Millionen Mark (Beteiligungen bei N-TV, VDI und VWD nicht eingerechnet). Damit habe die Gruppe innerhalb von fünf Jahren ihren Gesamtumsatz verdoppelt, so Nienstedt. Die Vertriebserlöse wuchsen im Jahr 2000 um 15,7 Prozent auf 344,2 Millionen Mark, die Anzeigenerlöse um 30,5 Prozent auf 497,9 Millionen Mark. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um 5,5 Prozent auf 117,1 Millionen Mark. Das entspricht einer Umsatzrendite von 13,9 (Vorjahr 16,3) Prozent. Den Rückgang erklärte Nienstedt mit hohen Investitionen.

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