Wirtschaft : Verlagsgruppe Springer verkauft Berliner Tochter

BERLIN . Die wissenschaftliche Verlagsgruppe Springer trennt sich von der Zeitschriftenagentur und Versandbuchhandlung Lange & Springer. Die Berliner Tochtergesellschaft wird an Ebsco Industries in Birmingham/Alabama verkauft. Der Vertrag sei vorbehaltlich der Prüfung durch die Kartellbehörden unterzeichnet worden, teilte die zu Bertelsmann gehörende Verlagsgruppe am Montag in Berlin mit. Außerdem werde der Kundenservice Bücher und Zeitschriften des Wissenschaftsverlags von Berlin nach Heidelberg verlagert. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Bertelsmann Fachinformation, Jürgen Richter, erklärte, die Globalisierung und der Wettbewerbsdruck auf den Wissensmärkten erforderten volle Konzentration auf die jeweiligen Kerngeschäfte. Lange & Springer beschafft Bücher, Zeitschriften und elektronische Medien für Bibliotheken und Forschungseinrichtungen weltweit und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Die Kernmärkte liegen in Deutschland, Italien und Osteuropa. Zu Ebsco Industries gehöre die Agentur Ebsco Subscription Service, die über 27 Niederlassungen weltweit Bibliotheken versorgt. Sie habe eine lange Versandtradition in den USA, Europa und Asien und setze intensiv auf das Internet. Die sieben europäischen Niederlassungen würden in das Lange & Springer Netzwerk eingegliedert. Durch die Verlagerung des Kundenservice sollen die räumlich getrennten Bereiche Auftragsbearbeitung in Berlin und die Springer-Auslieferungs-Gesellschaft in Heidelberg zusammengeführt werden. Der Umzug soll bis Ende März 2000 abgeschlossen werden. Von den 46 Beschäftigten in Berlin sollen möglichst viele mitkommen.

Im Berliner Stammhaus des Wissenschaftlichen Springer-Verlags sind rund 260 Mitarbeiter beschäftigt. Die Springer-Verlagsgruppe veröffentlicht jährlich über 2000 Bücher und fast 500 Zeitschriften, von denen mehr als 400 auch in elektronischer Form zur Verfügung stehen.

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