Wirtschaft : Verluste mit Flachbildschirmen belasten Philips

Preise fallen um 40 Prozent/Quartalsgewinn bricht ein/Probleme auch im Halbleitergeschäft

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München Der niederländische Elektrokonzern Philips hat im ersten Quartal die Erwartungen verfehlt. Ein Verlust im Joint-Venture LG.Philips LCD sowie ein Gewinneinbruch in der Halbleitersparte belasteten das Unternehmen aus Eindhoven. Der Gewinn fiel von 550 Millionen Euro im Vorjahr auf nur noch 117 Millionen Euro. Der Aktienkurs geriet daraufhin am Montag unter Druck. Analysten hatten mit einem Gewinn von bis zu 250 Millionen Euro gerechnet. Vor allem die schwachen Zahlen von LG.Philips LCD machten dem Konzern aber zu schaffen. Vergangenes Jahr überwies der Flachbildschirm-Hersteller noch 215 Millionen Euro Quartalsgewinn an Philips. Dieses Jahr mussten die Niederländer, die 43,2 Prozent der Anteile an der Firma halten, einen Verlust von 34 Millionen Euro schlucken.

Philips steht mit seinen Sorgen um die LCD-Sparte allerdings nicht alleine da. Der koreanische Elektronikriese Samsung hat es im ersten Quartal nur mit Mühe geschafft, das LCD-Geschäft in den schwarzen Zahlen zu halten. Samsung ist weltweit die Nummer eins auf diesem Feld, LG.Philips liegt auf Rang zwei. Obwohl immer mehr Menschen sich einen flachen Fernseher kaufen, sind die Preise binnen Jahresfrist um rund 40 Prozent gefallen. Dazu kommen Probleme im Halbleitergeschäft. Die Marge der Niederländer sank im Vergleich zum Vorjahr von 6,6 auf magere 1,4 Prozent. Vor allem das Geschäft mit Kommunikationschips sei schwächer gelaufen als noch vergangenes Jahr, teilte Philips mit. So fiel die Auslastung in den Fabriken gegenüber dem Vorjahr von 90 auf 75 Prozent.

Hoffnung auf eine schnelle Besserung im Chipgeschäft besteht offenbar nicht: „Günstigere Marktbedingungen erwarten wir nicht vor dem zweiten Halbjahr“, hieß es am Montag. Philips ist weltweit der zehntgrößte Chipproduzent und die Nummer drei in Europa. Asiatische Wettbewerber wie Samsung sind weit an Philips vorbei gezogen. Zum Vergleich: Die Niederländer erwirtschafteten im ersten Quartal einen Halbleiter-Umsatz von rund einer Milliarde Euro. Der Gewinn von Samsung betrug in dieser Sparte 1,1 Milliarden Euro.

Trotz der Problembereiche gab Philips-Chef Gerard Kleisterlee am Montag einen optimistischen Ausblick. Die Bereiche Medizintechnik, Licht und Haushaltsgeräte würden ihre solide Entwicklung fortsetzen. Und die Unterhaltungsgeräte-Sparte werde bis Jahresende eine Marge von vier bis fünf Prozent erreichen; derzeit liegt der Wert bei 2,1 Prozent. An der Börse kam Philips unter die Räder. Der Aktienkurs sank zeitweise um fast vier Prozent auf 19,25 Euro. Die Siemens-Aktie verlor 2,5 Prozent auf etwa 59 Euro. Siemens ist einer der wichtigsten Wettbewerber von Philips und legt seine Zahlen kommende Woche vor. Siemens und Philips kämpfen vor allem in der Medizin- und Lichttechnik gegeneinander. jojo (HB)

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