Vermarktung : Fußball-Bundesliga hofft auf ausländische Zuschauer

42 Millionen Euro hat die DFL aus dem Verkauf der Bundesliga-Rechte ins Ausland erlöst. 63,4 Millionen plant die DFL für die kommende Spielzeit ein.

Andreas Schulte

Köln - Die Bayern haben zwar das Finale der Champions League verloren – doch vom Vorpreschen der Mannschaft könnte in den kommenden Jahren die ganze Bundesliga profitieren. Experten erwarten im Ausland bessere Vermarktungschancen für Sportübertragungen aus Deutschland. „Die Erfolge der Bayern bringen uns bei der nächsten Preisrunde in eine bessere Ausgangsposition“, sagte Philipp Hasenbein, Geschäftsführer der Sportrechteagentur Sportfive dem „Handelsblatt“.

42 Millionen Euro hat die DFL Sports Enterprises, eine Tochter der Deutschen Fußball Liga (DFL), in der Saison 2009/10 aus dem Verkauf der Bundesliga-Medienrechte ins Ausland erlöst. 63,4 Millionen plant die DFL für die kommende Spielzeit ein. In einigen Teilen der Welt lässt sich die DFL von Agenturen wie Sportfive vertreten. Noch vor einem Jahr erhielt sie nur etwa 18 Millionen Euro – der Aufwärtstrend ist unverkennbar. „Die Entwicklung der Auslandsvermarktung der Bundesliga verläuft seit einigen Jahren sehr positiv“, sagt Stefan Ludwig, Fußball-Experte der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte.

Einen sehr schnellen Schub wird es jedoch durch den Champions-League-Erfolg der Bayern nicht geben. Die Lizenzperiode dauert noch bis 2012. Erst dann vergibt die DFL die Rechte neu. „Wir haben schon jetzt Anfragen, Verträge vorzeitig zu verlängern“, sagt Robert Niemann, Geschäftsführer von DFL Sports Enterprises.

Die Bundesliga ist derzeit in allen 208 Mitgliedsländern des Weltfußballverbands Fifa zu sehen. Ludwig sieht darin eine vielversprechende Basis für Wachstum: „Nun geht es darum, Anteile zu gewinnen: Die Vermarkter müssen Sender von der Bundesliga überzeugen, die bislang etwa auf die italienische Serie A gesetzt haben.“ Wie viel Potenzial in der Auslandsvermarktung steckt, zeigt ein Blick auf die englische Premier League. Sie nahm in der Saison 2009/10 an internationalen TV-Geldern 245 Millionen Euro ein – fast sechs Mal so viel wie die Bundesliga. (HB)

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