Vermögenssicherung : Edeka wird zur Stiftung

Die größte Regionalgesellschaft des Lebensmittelhändlers Edeka schützt sich mit neuen Firmenstrukturen gegen die Übernahme durch "Heuschrecken“. Die Edeka Minden-Hannover Holding GmbH, zu der auch die Region Berlin-Brandenburg gehört, will den Geschäftsbetrieb auf eine Stiftung übertragen, um das Vermögen gegen unseriöse Finanzinvestoren abzusichern.

Minden -  „Die Konstruktion der Stiftung & Co. KG sichert das genossenschaftliche Vermögen vor dem Zugriff Außenstehender und erschwert eine Liquidation“, teilte die Firma am Dienstag in Minden mit. „Frühere Beispiele aus der Branche zeigen, dass es bereits Übernahmeinteressen von Finanzinvestoren bei Wettbewerbern gegeben hat.“

Vor knapp zwei Jahren war beim Edeka-Konkurrenten REWE ein spektakulärer Übernahmeversuch von Finanzinvestoren gescheitert: Der Kölner Handelskonzern hatte damals Kaufinteressenten einen Korb gegeben, denen Pläne nachgesagt wurden, das Unternehmen zerschlagen zu wollen.

Die Edeka Minden-Hannover Holding weist aktuell 330 Millionen Euro Eigenkapital aus – ohne stille Reserven. Die Umwandlung in eine Stiftung stärke die Position des Unternehmens bei Verhandlungen mit Banken und seriösen Investoren, hieß es. Alle vorhandenen stillen Reserven würden dann veröffentlicht. Damit werde in der Unternehmensbilanz ein deutliches höheres Eigenkapital sichtbar.

Die Edeka-Gruppe ist Deutschlands führender Lebensmittelhändler. Die Edeka Minden-Hannover ist mit einem Umsatz von 5,3 Milliarden Euro (2007), 24 000 Mitarbeitern und etwa 1550 Filialen die größte regionale Edeka-Handelsgesellschaft. dpa

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