Wirtschaft : Vermögensverwaltung: Größe wird zur Überlebensfrage - gewaltige Kostenexplosion

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Die Vermögensverwalter stehen vor einer gewaltigen Kostenexplosion. Investitionen in Technik und Personal sind unvermeidbar, werden aber immer teurer, sagte Wolfgang Mansfeld von Union Investment. Gleichzeitig steige der Konkurrenzdruck in der Fondsbranche. Die künftigen Gewinner des Ausleseprozesses müssen ihr Heil in der Größe suchen, den Kunden Glaubwürdigkeit und Expertise vermitteln sowie ihre Informations- und Kommunikationsprozesse auf das Internet umlegen. Der Online-Auftritt werde auch im Vertrieb immer wichtiger.

Fonds-Experte Mansfeld sieht in den aktuellen Zusammenschlüssen von Banken und Vermögensverwaltern den notwendigen Versuch, mit der Bündelung betreuter Vermögen die Fixkosten zu senken. "Man braucht eine kritische Masse von mindestens 100 Milliarden Mark, wenn man kein absoluter Nischenanbieter sein will", glaubt der Geschäftsführer der zur genossenschaftlichen Bankengruppe gehörenden Investmentgesellschaft. Im Moment überdeckten die anhaltend starken Fondskäufe den Kostendruck. Die Fusionsanstrengungen in der deutschen Bankenlandschaft und den zugehörigen Investmentgesellschaften passten in das Szenario.

Der Kampf um den Kunden werde in Zukunft anders geführt als heute, sagte Mansfeld. Es reiche nicht mehr aus, nur eine vollständige Produktpalette anzubieten und sich auf den reinen Verkauf zu beschränken. "Wir müssen dem Anleger klar machen, was wir besser machen als die Konkurrenten", meint Mansfeld. Sein Ideal: "Die Investmentgesellschaft als eine eigenständige Marke, aber unter dem Dach einer großen Finanzinstitution." Ein sehr drängendes Problem sei die technologische Herausforderung. "Wir müssen die gesamten Datenbestände auf eine Internet-Plattform heben, denn in Zukunft wird das Geschäft und der Informationsaustausch mit unseren Endkunden, den Vermittlern und Banken Online abgewickelt."

Dem Direktvertrieb über das Internet gibt er keine großen Chancen. Die einzelnen Banken und Vermögensverwaltungsgruppen müssten vielmehr Online-Plattformen bereitstellen, über die der Kunde ein ganzes Spektrum unterschiedlicher Finanzprodukte erwerben könne.

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