Wirtschaft : Vernünftig versichert

Welche Policen Sie für Ihren Urlaub wirklich brauchen

Heike Jahberg

Ginge es nach der Versicherungsbranche, sollten sich Urlauber gegen alle möglichen Risiken und Pannen versichern, die ihnen die Ferien vermiesen können. Doch nicht jede Reiseversicherung ist wirklich sinnvoll. Nach Meinung der Stiftung Warentest (Finanztest 5/2003) brauchen Reisende vor allem folgende Zusatzpolicen:

Auslandsreise-Krankenversicherung: Diese Police ist ein absolutes Muss. Denn Kassenpatienten genießen auf Reisen nur einen begrenzten Schutz – das gilt auch für die Länder, mit denen Sozialversicherungsabkommen bestehen. Sollte ein Rücktransport aus dem Ausland nach Deutschland nötig sein, zahlt das die gesetzliche Kasse nicht. Privat Versicherte sind dagegen innerhalb Europas unbefristet versichert, bei Reisen außerhalb des Kontinents wird der Versicherungsschutz für einen Monat gewährt. Allerdings kann sich eine Reiseversicherung auch für Privatpatienten lohnen, sagt die Stiftung Warentest: Denn wer eine ausländische Arztrechnung bei seiner Versicherung zur Abrechnung einreicht, kann damit die Beitragsrückerstattung gefährden. Eine zusätzlich abgeschlossene Reisekranken-Versicherung kann unterm Strich billiger sein. Nach einer Untersuchung der Verbraucherschützer kostet der billigste Jahresvertrag 4,92 Euro beim Internet-Anbieter Delfin Direkt. Der Jahresvertrag bietet Schutz für mehrere Reisen, allerdings darf jede einzelne Reise nicht länger als 42 Tage dauern. Wer dagegen zu einer längeren Reise aufbricht, sollte einen entsprechenden Krankenversicherungs-Vertrag abschließen. Der günstigste Anbieter beim Einzelreise-Modell ist die Victoria mit einer Prämie von 49 Euro.

Reiserücktrittskosten-Versicherung: Auch diese Police ist sinnvoll – besonders bei langfristig gebuchten Reisen. Einen Überblick über die wichtigsten Anbieter finden Sie in der Tabelle unten. Die Versicherung springt ein, wenn der Reisende aus persönlichen Gründen den Urlaub absagen muss. Dazu zählen der Tod von Angehörigen, aber auch Unfälle, unerwartete, schwere Erkrankungen, Schwangerschaft oder Impfuntauglichkeit. Krieg oder Terror im Urlaubsland sind dagegen kein Fall für die Versicherung. Sollte jedoch das Auswärtige Amt für eine bestimmte Region eine offizielle Reisewarnung herausgegeben habe, können Reisende den Urlaubstrip kostenlos stornieren.

Auto-Versicherungen: Autofahrer können sich mit Schutzbrief-Versicherungen gegen Pannen absichern. Zudem sollten sie bei Auslandsreisen zumindest eine Teilkasko- Versicherung haben. Diese zahlt bei Beschädigung oder Diebstahl. Wer mit einem Mietwagen reisen will, sollte eine so genannte „Mallorca-Police“ in seiner Kfz-Haftpflicht- Versicherung haben. Denn unterwegs abgeschlossene Haftpflichtversicherungen für Mietwagen haben oft nur unzureichende Deckungssummen. Die „Mallorca-Police“ schließt diese Lücke.

Reisegepäck-Versicherung: Diese Police können Sie sich sparen. Denn Geld, Schecks oder Tickets werden nicht erstattet. Zudem stellen die Versicherer extrem hohe Ansprüche: Wer sein Gepäck nicht gut bewacht, geht leer aus.

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