Wirtschaft : Versatel stolpert an die Börse

-

Frankfurt am Main - Der Düsseldorfer Telekommunikationsanbieter Versatel hat bei seinem Börsendebüt am Freitag die Anleger enttäuscht. Trotz Zugeständnissen beim Ausgabepreis ging die Aktie auf Talfahrt. Investoren, die beim bislang größten Börsengang des Jahres in Deutschland auf Zeichnungsgewinne gesetzt hatten, gingen leer aus.

Versatel-Chef Peer Knauer zog nach den ersten Handelsstunden dennoch eine positive Bilanz. „Wir sind überglücklich, dass wir den Gang an die Börse geschafft haben“, sagte er. „Wir bekommen nun die nötige Flexibilität im Hinblick auf unsere geplante Markterweiterung“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Versatel-Aktien waren am Morgen mit einem ersten Kurs von 29 Euro und damit auf Ausgabekursniveau gestartet. Dieser hatte am unteren Ende der Zeichnungsspanne von 29 bis 36 Euro gelegen. „Wir haben den Preis bewusst so gewählt“, sagte Knauer. „Wir hätten auch höher gehen können, aber wir wollten, dass auch weiterhin Interesse an den Aktien besteht.“ Die Versatel-Aktie kostete am Nachmittag nur noch 27,05 Euro.

Bei einem Ausgabevolumen von bis zu 28,58 Millionen Versatel-Aktien ergibt sich ein Emissionserlös von etwa 830 Millionen Euro. An die Gesellschaft fließen aus der Kapitalerhöhung etwa 406 Millionen Euro. Die angestrebten Ziele können laut Knauer erreicht werden. So gelte weiterhin die Planung, Schulden von 350 Millionen Euro abzubauen. „Damit reduzieren sich unsere Zinszahlungen, was uns finanzielle Stabilität gibt.“ Auch die anderen Ziele – dazu gehört der Ausbau des Netzes – könnten erreicht werden.

Versatel ist ein Zusammenschluss von regionalen und städtischen Telefongesellschaften. Das Unternehmen mit 1340 Beschäftigten sieht sich als ein führender Anbieter von Breitbanddiensten in Deutschland. Versatel ist in elf Bundesländern aktiv und in 28 der 50 größten deutschen Städte vertreten. Im Geschäftsjahr 2006 erzielte die Gruppe ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 211 Millionen Euro. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar