Wirtschaft : Versatel will 70000 Berliner Kunden gewinnen

Telekommunikationsanbieter: Nutzerzahl in sechs Monaten verdoppelt

Corinna Visser

Berlin – Der Telekommunikationsanbieter Versatel will sein Geschäft in Berlin weiter ausbauen. „Bis Ende März werden wir 70000 Kunden in Berlin an unser Netz angeschlossen haben“, sagte Versatel-Deutschlandchef Andreas Heinze im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Das sei ein „spektakulärer Erfolg“, denn damit werde Versatel die Kundenzahl in Berlin in nur sechs Monaten verdoppelt haben. Auch neue Jobs sollen entstehen: Zum Jahresende 2004 beschäftigte Versatel in Berlin knapp 200 Mitarbeiter, Ende Februar waren es 220. „In den kommenden Wochen wollen wir weitere 20 Mitarbeiter einstellen“, sagte Heinze.

Versatel hatte im Juli 2004 den Berliner Lokalanbieter Berlikomm für 34,6 Millionen Euro übernommen. Zuvor hatten die Berlikomm-Mitarbeiter befürchtet, dass im Zuge der Übernahme Arbeitsplätze abgebaut werden. Bei Vertragsabschluss hatte Versatel nur 150 Arbeitsplätze bis Ende 2005 garantiert.

Seit Oktober vergangenen Jahres bietet Versatel in Berlin Telefon- und schnelle Internetanschlüsse (DSL) in Konkurrenz zur Telekom an. Berlikomm trug 2004 16,9 Millionen Euro zum Umsatz und 1,4 Millionen Euro zum Betriebsergebnis der Versatel-Gruppe bei.

Inzwischen klappe auch die Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom wieder besser, sagte Heinze. Die Telekom muss Kunden, die wechseln wollen, auf das Versatel-Netz umschalten. Dabei war es zu erheblichen Wartezeiten gekommen. Der Zeitrahmen zwischen Bestellung und Anschluss des Kunden liege nun wieder zwischen vier und sechs Wochen, sagte Heinze. Ab der kommenden Woche erweitert Versatel zudem sein Angebot: Dann wird das Unternehmen noch schnellere DSL-Anschlüsse anbieten.

Dass im Februar mit Hansenet ein weiterer Wettbewerber in Berlin gestartet ist, habe Versatel nicht negativ zu spüren bekommen. „Unser Gegner ist die Deutsche Telekom“, sagte Heinze. „Jeder Marktteilnehmer, der darauf hinweist, dass es eine Alternative gibt, begünstigt unsere Position.“

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