Wirtschaft : Versatel will in Berlin neue Jobs schaffen

Telefongesellschaft startet am 4. Oktober

Corinna Visser

Berlin – Die niederländische Versatel, die am 1.September die Berliner Telefongesellschaft Berlikomm übernommen hat, startet kommenden Montag mit ihrem neuen Angebot. „Berlikomm heißt jetzt Versatel Berlin“, sagte Versatel- Deutschlandchef Andreas Heinze bei der Vorstellung der neuen Produkte und Tarife für Internet- und Telefonanschlüsse. In nur fünf Wochen sei es gelungen, Berlikomm in die Versatel-Gruppe zu integrieren. Mittelfristig strebe Versatel in Berlin einen Marktanteil von zehn Prozent an. Aktuell hat Versatel Berlin 34000 Kunden und rund 190 Mitarbeiter.

„Wir haben vor, in den Berliner Markt signifikant zu investieren – ganz anders als ein Finanzinvestor dies getan hätte“, sagte Heinze weiter. „Unter der Voraussetzung, dass wir in Berlin erfolgreich sind, werden wir in eineinhalb bis zwei Jahren mindestens 250 Mitarbeiter bei Versatel Berlin haben.“ Bereits im August hatte Versatel angekündigt, seine Investitionen in das deutschlandweite Netz in diesem Jahr um 20 Millionen Euro auf dann bis zu 70 Millionen Euro aufzustocken. Ein wesentlicher Teil dieser zusätzlichen Investitionen werde nach Berlin fließen, sagte Heinze. Für die Marketingkampagne zum Start des neuen Angebots in Berlin gibt Versatel noch einmal rund eine Million Euro bis zum Jahresende aus.

Bis Ende August war die Berlikomm eine Tochtergesellschaft der Berlinwasser Holding, die über eine lange Zeit einen Käufer für die Telefongesellschaft gesucht hatte. Am Ende mussten die Gesellschafter der Berlinwasser Holding die Schulden der Berlikomm übernehmen (rund 150 Millionen Euro), um das Unternehmen, das Berlinwasser jahrelang nur Verluste bescherte, überhaupt verkaufen zu können. Versatel zahlte 34,6 Millionen Euro und garantierte 150 Arbeitsplätze bei dem Unternehmen bis Ende des Jahres 2005.

„Natürlich wird es noch einige Umstrukturierungen bei der Berlikomm geben“, sagte Heinze dem Tagesspiegel. „Aber wir wollen so viele Arbeitsplätze wie möglich erhalten. Die Mitarbeiter müssen allerdings flexibel sein, neue Aufgaben zu übernehmen. Aber wir sind da auf gutem Wege.“ So werden etwa zentrale Bereiche, die Versatel an seinen anderen Standorten in Deutschland bereits aufgebaut hat, in Berlin zurückgefahren. Dafür werde Personal für den Kundenservice, die Abwicklung von Aufträgen und die Hotline ausgebaut.

Auf dem Berliner Markt sieht Heinze „ein gigantisches Potenzial“. „Die Deutsche Telekom ist hier de facto immer noch ein Monopolist. Das werden wir ändern“, sagte der Versatel-Deutschlandchef. Auch der Ankündigung des Wettbewerbers Hansenet, künftig in Berlin ebenfalls mit dem Angebot von schnellen Internetanschlüssen (DSL) zu starten, sieht Heinze gelassen entgegen: „Wir profitieren davon, wenn sich der Markt belebt.“

Vertriebspartner von Versatel in Berlin sind die Filialen von Wegert und Makromarkt. Zudem sollen die sechs Berlikomm-Shops zunächst weiter bestehen. Das Angebot von Versatel umfasst Telefonanschlüsse (nur ISDN, ab 24,99 Euro im Monat) und schnelle Internetanschlüsse (ISDN plus DSL, mit Flatrate ab 49,99 Euro im Monat). Wer bereits Berlikomm-Kunde ist, für den ändert sich zunächst nichts. „Wir werden alle Berlikomm-Verträge erfüllen“, sagte Heinze.

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