Wirtschaft : Versicherer: Das Internet mischt die Branche auf

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Der internationale Wettbewerb und das Internet verstärken den Druck auf die Versicherungsbranche. "Hier bleibt kein Stein auf dem anderen", sagte Professor Fred Wagner von der Universität Leipzig. Der EU-Binnenmarkt und die Deregulierung auf dem deutschen Versicherungsmarkt hätten zwar schon Bewegung in die bis in die 90er Jahre sehr stark reglementierte Branche gebracht, durch das E-Business werde die Dynamik aber noch deutlich zunehmen. Preise, Produkte, Leistungen würden leichter miteinander vergleichbar und stärkten so die Macht der Kunden. "Nur wer effizient und kundenorientiert arbeitet, wird langfristig überleben", so sein Fazit zur Vortragsveranstaltung "Versicherungsmarkt ohne Grenzen - Vision oder Realität", zu dem der Verein zur Förderung der Versicherungswissenschaft am Freitag in die Freie Universität Berlin geladen hatte.

Als Beispiel wie sich ein Versicherer in diesem sich veränderten internationalen Markt positionieren und Größenvorteile nutzen kann, beschrieb Axa-Colonia-Chef Claus-Michael Dill die entschiedene Internationalisierungsstrategie der gesamten Axa-Gruppe: Seit den 80er Jahren habe der damals relativ kleine französische Versicherer Axa Konkurrenten aufgekauft und sich bis heute zum weltweit größten Versicherungskonzern mit Beitragseinnahmen von rund 70 Milliarden Euro im vergangenen Jahr entwickelt. "Doch Größe ist nicht alles. Es geht darum, die Verbundvorteile zu nutzen", sagte Dill. So habe der Konzern beispielsweise eine eigene Vermögensanlage-Tochter gegründet. Mit Standorten in verschiedenen Ländern nutze die Asset-Managment-Tochter so Know-how und Anlagemöglichkeiten rund um den Globus, Mittlerweile sei Axa nach Fidelity und der Schweizer Großbank UBS zum weltweit drittgrößte Vermögensverwalter aufgestiegen. Um für das Internetzeitalter noch besser gewappnet zu sein, plane die Axa-Gruppe derzeit, alle EDV-Leistungen in eine eigene Tochter auszulagern und außerdem ein europäisches Finanzportal zu gründen.

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