Versicherer : Mehr für die Pflege, weniger fürs Auto

Steigende Beiträge in der privaten Pflegeversicherung, sinkende Versicherungsprämien in der Autosparte: Für die Versicherungskunden liegen Licht und Schatten in diesem Jahr nah beieinander.

Berlin - In der privaten Pflegeversicherung drohen zum 1. Juli Beitragserhöhungen um zehn Prozent, sagte der Vorsitzende des Verbandes der privaten Krankenversicherer, Reinhold Schulte, am Donnerstag in Berlin. Damit reagieren die Versicherer auf die Pflegereform, die Verbesserungen für Demenzkranke und eine Dynamisierung der Pflegeleistungen vorsieht. Auch private Krankenversicherungen, die nach dem 1. Januar 2009 abgeschlossen werden, werden nach Einschätzung des Verbandschefs teurer. Auch hier rechnet Schulte mit Steigerungen um zehn Prozent. Der Grund: Bei neuen Verträgen können Kunden, die ihren Versicherer wechseln, anders als heute ihre Alterungsrückstellungen – zumindest teilweise – mitnehmen.

Dagegen profitieren die Kunden in der Autoversicherung vom harten Wettbewerb der Anbieter. „Die Durchschnittsprämien in der Kfz-Haftpflicht und Vollkasko liegen immer noch unter dem Niveau der 80er Jahre“, sagte Robert Pohlhausen vom Versicherungsverband GDV. In diesem Jahr rechnet Pohlhausen mit einem Rückgang der Beitragseinnahmen um zwei Prozent.

Probleme bereiten den Versicherern auch der Klimawandel und die zunehmenden Naturkatastrophen. Allein der Wintersturm „Kyrill“ hatte 2,35 Millionen Schadensmeldungen ausgelöst. Dennoch will die Branche auch weiterhin in vollem Umfang Sturmschäden versichern. Bei Hochwasserschäden könne es aber Einschränkungen geben.

Die Krise am US-Hypothekenmarkt belastet die deutschen Versicherer dagegen nach eigener Einschätzung nicht. Gemessen an ihren Kapitalanlagen von rund 690 Milliarden Euro seien die deutschen Lebensversicherer nur mit rund 1,7 Prozent in den betroffenen Anlageprodukten investiert, betonte GDV-Präsident Bernhard Schareck. Dennoch sieht der Verband mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Bereits 2007 waren die Beitragseinnahmen wegen der sinkenden Realeinkommen der Bürger nur noch um 0,8 Prozent auf 163,2 Milliarden Euro gestiegen. Auch für 2008 erwartet der GDV nur ein bescheidenes Beitragswachstum von 1,5 Prozent. hej

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