Wirtschaft : Versicherer mit Reserven

Bei Lebensversicherern stehen 80 Mrd.DM in den Büchern BERLIN (dpa).Die deutschen Lebensversicherer haben in ihren Büchern schätzungsweise stille Reserven von 80 Mrd.DM.Diese Zahl nannte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Montag bei einer Tagung in Teltow bei Berlin.Der Vorsitzende des Verbandshauptausschusses Leben, Gerhard Rupprecht, sagte, der Marktwert von Kapitalanlagen und Immobilien habe 1997 um neun Prozent über den Buchungswerten in den Bilanzen gelegen.Die Bewertungsreserven der Lebensversicherer summierten sich insgesamt auf rund 80 Mrd.DM.GDV-Präsident Bernd Michaels sagte, für die gesamte Versicherungsbranche gebe es keine Schätzung.Die Reserven seien eine unbedingt notwendige Voraussetzung für die Versicherungen, sagte Michaels.Der Verband wehre sich gegen Forderungen, sie auszuschütten.Dies würde zu einer Verschlechterung der Position des Kunden führen und auch die Versicherungswirtschaft und ihre Mitarbeiter in ihrer Existenz gefährden.Die Allianz-Lebensversicherung-AG, Stuttgart hat bereits eine Bewertungsreserve von rund 24 Mrd.DM ausgewiesen.Die deutsche Versicherungswirtschaft ist nach ersten Zahlen des größten Branchenverbandes 1997 weniger stark gewachsen als im Vorjahr.Das Beitragsvolumen kletterte um 2,4 Prozent auf 238,3 Mrd.DM.Für 1998 erwartet der Verband ein ähnliches Wachstum.Die Beiträge dürften im laufenden Jahr branchenweit um etwa zwei Prozent steigen.Die Gewinner waren nach GDV-Angaben erneut Lebensversicherungen sowie die privaten Renten- und Krankenversicherungen.Sie legten 1997 um mehr als fünf Prozent zu.Die Schadens- und Unfallversicherer mußten erneut ein Minus von 1,5 Prozent (Vorjahr: minus 0,1 Prozent) bei den Beitragseinnahmen verkraften.Gleichzeitig stieg ihr Schadensaufwand um etwa zwei Prozent auf 75 Mrd.DM.Für Sturmschäden an Geschäfts- und Wohngebäuden zahlten die Sachversicherer mehr als eine Mrd.DM, 600 Mill.DM mehr als im Vorjahr.Für frostbedingte Leitungswasserschäden wurden über drei Mrd.DM fällig, rund 350 Mill.DM mehr als vor einem Jahr.Die Autohaftpflicht verbuchte 1997 einen Verlust von fast einer halben Mrd.DM.Wegen des harten Wettbewerbs würden die Prämien wohl auch 1998 sinken, meinte Michaels.Die Autohaftpflicht dürfte leicht steigen, Kasko um etwa vier Prozent sinken.Das verstärkte Engagement der Autoversicherer im Schutzbriefmarkt sieht der GDV weder als Kampfansage noch als Kriegserklärung an den ADAC, erklärte GDV-Präsidiumsmitglied Bruno Gas am Montag.Bei den Schutzbriefen käme es zu einem verstärkten Wettbewerb und dies könne nur zum Vorteil der Verbraucher sein.Bisher habe der ADAC diesen Markt dominiert.Höhere Beiträge kämen auf Kunden von Rechtschutzversicherungen zu.Durch die Erhöhung der Anwaltsgebühren bei Bußgeldverfahren würden die Ausgaben der Versicherer erheblich steigen.Auch die Beiträge bei Lebensversicherungen sowie privaten Renten- und Krankenversicherungen könnten 1998 um bis zu fünf Prozent steigen.Die Zahl der Arbeitsplätze bei den deutschen Versicherern blieb 1997 etwa konstant.Während im Innendienst die Zahl der Angestellten um ein Prozent auf 239 400 sank, erhöhte sie sich im Außendienst und bei neuen Dienstleistungsfirmen, sagte ein Sprecher.Durch Fusionen und Kooperationen würden aber in Zukunft weiter Stellen abgebaut.

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