Wirtschaft : Versicherer müssen besser informieren

Berlin - Lebens- und private Krankenversicherer müssen ihren Kunden künftig mitteilen, wie viel vom Beitrag als Provision an den Vertreter fließt. Das sieht die neue Informationspflichtenverordnung vor, die am Freitag verkündet worden ist. Die Verordnung tritt am 1. Juli 2008 in Kraft. Alle Versicherungsgesellschaften müssen den Verbrauchern zudem vor Vertragsabschluss ein Produktinformationsblatt beilegen, das auf einen Blick alle wichtigen Fragen beantwortet.

Verbraucherschützer lobten die neue Regelung: „Bisher erwarb der Kunde meist die Katze im Sack“, sagte Gerd Billen, Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv). Billen hofft, dass künftig nicht mehr die Höhe der Vermittlerprämie über den Abschluss einer Versicherung entscheidet, sondern ausschließlich der individuelle Bedarf. Auch das neue Produktinformationsblatt sei eine Verbesserung. Die Angaben darüber, welche Risiken ausgeschlossen sind, wie viel der Kunde zahlen muss und wie lange der Vertrag läuft, seien bislang im Kleingedruckten versteckt. Daher seien viele Kunden falsch versichert.

Dagegen kritisierte der Präsident des Versicherungsverbandes GDV, Bernhard Schareck, dass nur die Versicherer, nicht aber andere Finanzdienstleister ihre Abschlusskosten in Euro und Cent offenlegen müssen. Der Direktor des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV), Volker Leienbach, sprach von einer „Scheintransparenz“. Die PKV könne wegen der Vielzahl unterschiedlicher Finanzierungsmodelle für den Vertrieb keine einheitlichen Abschlusskosten abgeben. hej

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