Wirtschaft : Versicherer zahlen 3,6 Prozent

87 Prozent senken 2013 die Gesamtverzinsung.

Frankfurt am Main - Lebensversicherungen werfen im neuen Jahr im Schnitt nur noch 3,6 Prozent ab. Die deutschen Lebensversicherer senkten die Gesamtverzinsung auf klassische Lebens- und Renten-Policen wegen der Niedrigzinsen auf festverzinsliche, sichere Wertpapiere branchenweit um 0,3 Prozentpunkte, wie aus einer Erhebung der Ratingagentur Assekurata unter 67 Anbietern und Berechnungen von Reuters hervorgeht. „Die Absenkung fällt doppelt so hoch aus wie vor einem Jahr“, sagte Assekurata-Geschäftsführer Reiner Will. „Das wird aber zum Teil durch eine Anhebung der Schlussüberschüsse wettgemacht, mit denen die Unternehmen treue Kunden belohnen.“ Von 67 befragten Gesellschaften senkten 87 Prozent die Gesamtverzinsung, nur 13 Prozent hielten sie stabil.

Dabei geht die Schere zwischen finanzstarken und -schwachen Lebensversicherern weiter auseinander. Spitzenreiter bleibt auch 2013 die zur Talanx-Gruppe gehörende Targo Leben mit 4,3 Prozent, die ihre Policen über die Targobank vertreibt. Aber auch sie zahlt 0,3 Prozentpunkte weniger als 2012. Sie sei ein Beispiel für Versicherer mit besonders ertragreichen Ausgleichsgeschäften, sagte Will. Die Targo Versicherung bietet vor allem lukrative Restschuldversicherungen für Targobank-Kunden an und kann damit die Lebensversicherung quersubventionieren. Zahlreiche Versicherer haben in den fetten Jahren mehr als andere auch die Möglichkeiten genutzt, freie Reserven zu bilden. Dazu gehört die Nürnberger Leben, die ihre Gesamtverzinsung seit drei Jahren stabil bei 4,0 Prozent hält, während der unangefochtene Marktführer Allianz seine Überschussbeteiligung von 4,0 auf 3,6 gesenkt hat. Den größten Rückschritt vollzog die Familienfürsorge, die 2013 nur 3,25 Prozent (2012: 4,0 Prozent) zahlt. Ergo Leben (ehemals Hamburg-Mannheimer) strich die Überschussbeteiligung von 3,8 auf 3,2 Prozent zusammen. Zurich Leben rangiert mit 3,0 Prozent auf dem letzten Platz.

Assekurata-Experte Will warnt aber vor voreiligen Schlüssen: „Das sind nur nominale Sätze, die sind nicht ganz vergleichbar.“ Wichtig sei auch, ob sich die Verzinsung auf das Deckungskapital zum Jahresende oder im Jahresdurchschnitt beziehe. Versicherer gingen damit unterschiedlich um. „Das kann schon 0,2 oder 0,3 Prozentpunkte ausmachen“, sagt Will. rtr

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