Wirtschaft : Versicherungen: Auch das Flugrisiko ist kalkulierbar

Der Reflex der Versicherungsbranche kam blitzartig. Weil den Unternehmen aus den Attentaten vom 11. September ein Haftpflichtschaden von rund sechs Milliarden Dollar entstehen wird, riefen sie sofort nach einer staatlichen Beteiligung am Risiko. Ihr Argument: Wenn Flugzeuge zu Waffen werden und solch große Schäden entstehen, dann seien Versicherungsunternehmen überfordert, ja sogar in ihrer Existenz bedroht. Ihr Ziel ist es deshalb jetzt, die Schadenssumme für solche Anschläge - etwa auf 150 Millionen Dollar - zu begrenzen. Bei Überschreitung soll dann der Staat zahlen.

Warum aber sollen jetzt die Steuerzahler in die Pflicht genommen werden, weil Versicherungskonzerne ihr wirtschaftliches Risiko begrenzen wollen? Es ist schließlich das Geschäft dieser im allgemeinen gut verdienenden Unternehmen, die Wahrscheinlichkeit eines Schadens - auch eines durch Flugzeugentführung - abzuschätzen und daraus die Höhe der Versicherungsprämien zu kalkulieren. Wie in jedem anderen Markt auch, werden die Kunden, in diesem Fall die Airlines, die Güte der Prämienberechnung überprüfen: Haben die Versicherer kein akzeptables Angebot, wird es auch keine Kunden und dann auch keine Einnahmen aus der Flugbranche in den Kassen der Assekuranz geben. Gewiss werden sich die Versicherer spätestens dann Lösungen ausdenken - und letztlich den Airlines bezahlbare Haftpflichtprämien anbieten.

Und im nicht zu kalkulierenden Katastrophenfall, wie dem vom 11. September, kann dann ein Finanzminister immer noch im Einzelfall begrenzte Hilfe anbieten - wie er es bei Flut oder anderen Naturkatastrophen auch tut.

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