Versicherungen : Die Muss-Policen

Je größer das Risiko, desto wichtiger ist die Versicherung.

Heike Jahberg

Auf diese Versicherungen können Sie nicht verzichten:

Berufsunfähigkeitsversicherung: Etwa jeder dritte Arbeiter und jeder fünfte Angestellte wird vor dem Rentenalter erwerbs- oder berufsunfähig. In diesem Fall zahlt der Versicherer eine monatliche Rente. Wichtig: Die Versicherung sollte so bemessen sein, dass die monatliche Rente zum Leben reicht. 750 bis 1000 Euro Monatsrente lassen sich meist ohne Probleme versichern. Wer eine höhere Summe vereinbaren will, muss ein entsprechendes Einkommen vorweisen. Übersteigt die vereinbarte Rente in diesem Fall 50 bis 60 Prozent des aktuellen Bruttoeinkommens, spielen die meisten Versicherer nicht mit.

Um die Kosten niedrig zu halten, sollte man möglichst schon als Schüler eine Versicherung abschließen, rät Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Denn je später man einsteigt, desto teurer wird der Versicherungsschutz. Weil Schüler, Auszubildende oder Studenten noch keinen Beruf haben, läuft die Versicherung zunächst als Erwerbsunfähigkeitsversicherung. „Diese Versicherung wird dann später automatisch zu einer echten Berufsunfähigkeitsversicherung – ohne dass im Nachhinein Risikozuschläge erhoben werden können“, sagt Rudnik. Risikozuschläge für gefährliche Berufe oder aufgrund von Vorerkrankungen, wie sie ältere Arbeitnehmer häufig haben, verteuern die Prämie.

Unfallversicherung: Wichtig für all die, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können (Berufstätige mit Vorerkrankungen, Rentner, Kinder). Die Versicherungssumme muss hoch genug sein, um mit der monatlichen Rentenzahlung über die Runden zu kommen. Auch bei einer Unfallversicherung, die nach einem Unfall die Folgen von Invalidität trägt, sollte man nicht kleckern, sondern klotzen. „Die Versicherung muss so ausgestaltet sein, dass sie auch die Kosten einer lebenslangen Behinderung abfangen kann“, empfiehlt Verbraucherschützer Rudnik. Sparen kann man sich stattdessen mögliche Zusatzleistungen und die Beitragsdynamik, die die Policen unnötig verteuern.

Krankenversicherung: Ist Pflicht. Ob man sich gesetzlich oder privat versichert, hängt von den Lebensumständen ab. Ausführlich berichten wir darüber am Montag in unserem Serienteil „Gesundheit“.

Autoversicherungen: Die Kfz-Haftpflicht ist ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben, die Kaskoversicherung ist je nach Alter und Wert des Fahrzeugs als freiwillige Zusatzversicherung sinnvoll. Die günstigsten Anbieter verraten wir Ihnen am kommenden Mittwoch im Serienteil „Verkehr“.

Lebensversicherungen: Wer eine Familie zu unterstützen hat, sollte eine Risikolebensversicherung abschließen. 200000 oder 300000 Euro sollte die Versicherungssumme betragen, damit der Schutz auch wirklich wirksam ist. Von kapitalbildenden Lebensversicherungen, die Todesfallschutz und Geldanlage verbinden, raten Verbraucherschützer wegen der hohen Kosten ab.

Haftpflichtversicherungen: Wer andere schädigt, kann damit auch seine eigene Existenz finanziell ruinieren. Daher ist eine private Haftpflichtversicherung unverzichtbar. Wer einen Hund oder ein Pferd hat, sollte eine Tierhalterhaftpflicht abschließen, Katzen sind dagegen in der normalen Privathaftpflicht mit versichert. Vermieter brauchen eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, falls Mieter im Haus zu Schaden kommen. Wer einen Öltank aufgestellt hat, sollte unbedingt eine Öltankhaftpflicht und eine Gewässerschadenhaftpflichtversicherung abschließen, falls Öl ausläuft. Segler und Motorbootfahrer sollten eine spezielle Bootshaftpflichtpolice haben.

Hausratversicherung: Diese Versicherung zahlt, wenn die Wohnungseinrichtung durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Einbruch oder Vandalismus beschädigt wird. Je teurer die Wohnung eingerichtet ist, desto sinnvoller ist diese Police. Bei einem Schaden wird nicht der Zeitwert ersetzt, sondern der höhere Neuwert der beschädigten Sachen. Wichtig ist, die Versicherungssumme richtig zu bestimmen. „In der Regel sind 650 Euro pro Qudratmeter ausreichend“, sagt Henrich Blase vom Verbraucherportal MoneyWorld.de.

„Ist man unterversichert, zahlt die Versicherung bei einem Schaden nur anteilig“, warnt Rüdiger Strichau, Versicherungsberater bei der VZ Berlin. Beispiel: Ist das Mobiliar 100000 Euro wert, hat man aber nur eine Versicherung über 50000 Euro, bekommt man bei einem Schaden nur die Hälfte des Werts. Geld sparen lässt sich dagegen dadurch, dass man den Wert der Einrichtung selbst schätzt und nicht auf die Wertermittlungstabellen der Versicherungsvermittler zurückgreift.

In der Hausratversicherung kann man gegen Aufpreis auch sein Fahrrad gegen Diebstahl versichern. Die Verträge enthalten jedoch meist eine Obergrenze. Üblich ist, dass ein Fahrrad bis maximal einem Prozent der Versicherungssumme ersetzt wird. Wer ein teureres Rad hat, muss daher notfalls eine spezielle Fahrradversicherung abschließen.

Riester-Verträge: Kein Muss, aber sinnvoll, denn der Staat unterstützt die private Altersvorsorge großzügig. Allerdings rät die Stiftung Warentest wegen der damit verbundenen Kosten von Versicherungsprodukten ab und empfiehlt statt dessen riestergeförderte Banksparpläne.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben