Versicherungen : Feuersozietät wächst – aber schreibt rot

Trotz der vorsichtigen Geldanlage und trotz guter Wachstumszahlen im Versicherungsgeschäft steckt die Feuersozietät aber noch immer in den roten Zahlen.

Berlin - Den bislang spektakulärsten Versicherungsfall dieses Jahres konnte Frederic Roßbeck fast hautnah verfolgen. Der Vorstandsvorsitzende des Berlin-Brandenburger Regionalversicherers Feuersozietät saß mit seinen Kollegen im Konferenzraum in der Firmenzentrale an der Potsdamer Brücke, als er Rauchschwaden aus der Philharmonie aufsteigen sah. „Wir waren als eine der ersten vor Ort“, erinnert sich Roßbeck an den Großbrand im Mai. Denn die Feuersozietät gehört zu der Gruppe von Versicherungen, die das Konzerthaus versichert haben. Allerdings hält sich die finanzielle Beteiligung der Berliner in Grenzen – von dem Gesamtschaden, der auf mehrere Millionen Euro geschätzt wird, trägt die Feuersozietät weniger als Hunderttausend Euro.

Auch andere Krisen scheint die Versicherung im Griff zu haben. „Von der Finanzmarktkrise sind wir nicht direkt betroffen“, sagt Roßbeck. Die betroffenen Wertpapiere befinden sich nicht im Portfolio des Versicherers. Auch die gesunkenen Börsenkurse machen Roßbeck und seinen Vorstandskollegen Klaus Vangerow, der für das Lebensversicherungsgeschäft zuständig ist, nicht nervös. „Wir haben unsere Aktienquote in den vergangenen Monaten auf 0,8 Prozent zurückgefahren“, berichtet Vangerow. Üblich sind in der Branche sieben bis acht Prozent.

Trotz der vorsichtigen Geldanlage und trotz guter Wachstumszahlen im Versicherungsgeschäft steckt die Feuersozietät aber noch immer in den roten Zahlen. Im vergangenen Jahr belief sich das Defizit auf 8,5 Millionen Euro – nach 12,9 Millionen Euro im Vorjahr. 2009 will Roßbeck in die Gewinnzone kommen. Hoffnung macht ihm nicht zuletzt der neue Vertriebspartner, den die Feuersozietät gewinnen konnte – die Berliner Sparkasse.

Die Feuersozietät Berlin-Brandenburg leidet noch immer unter ihrer Vergangenheit. Einst hatte sie den beiden Bundesländern gehört, war aber wegen Verlusten im Rückversicherungsgeschäft an den Rand der Pleite geraten. 2004 hatte ein Konsortium aus öffentlich-rechtlichen Versicherern das frühere Staatsunternehmen übernommen, heute ist die Feuersozietät eine Tochter der Bayerischen Versicherungskammer. hej

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben