Wirtschaft : Versicherungen nicht teurer

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DIE FOLGEN DER FLUT

Nach den Hochwasserschäden und den Sturmverwüstungen zu Sommerbeginn geht die Versicherungswirtschaft nicht von flächendeckenden Prämienanhebungen aus. „Selbst diese Ereignisse gehören zum normalen Versicherungsgeschäft und müssen aufgefangen werden“, sagte Katrin Rüter vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Darauf seien Versicherer mit ihren Schwankungsreserven eingestellt. Rüter verwies darauf, dass höhere Prämien auch nur bei Neuverträgen möglich seien. Hohe Schadenssummen könnten nicht einfach auf bestehende Verträge umverteilt werden. Zudem vergehe einige Zeit, ehe solche Schäden in neue Kalkulationen einfließen. Auch ohne die Stürme Anfang Juli und das Hochwasser seien die Schadenssummen allein bei Wohngebäudeversicherern in diesem Jahr um 18 Prozent gestiegen. Der Aufwand für Schadenszahlungen habe sich bis zu diesem Zeitpunkt schätzungsweise bei drei Milliarden Euro bewegt. Über das Ausmaß der Hochwasserschäden können laut Rüter noch keine konkreten Angaben gemacht werden. dpa

Für die Betroffenen arbeiten

Handwerkspräsident Dieter Philipp hat alle Beschäftigten aufgefordert, eine Stunde für die Hochwasseropfer zu arbeiten. Allein im Handwerk seien 5,5 Millionen Personen beschäftigt. „Packen Sie im heimischen Betrieb an und spenden Sie“, appellierte Philipp. Der Handwerkspräsident begrüßte die Absicht der Bundesregierung, alle Lohnbestandteile, die gespendet werden, steuer- und abgabefrei zu stellen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks hat das Spendenkonto „Handwerker helfen Handwerkern“ eingerichtet. Kontonummer 1332781, Landesbank Berlin, Bankleitzahl 10050000. Tsp

Ins Hochwassergebiet reisen

Wirtschaftsminister Werner Müller hat die Bundesbürger aufgefordert, geplante Reisen in die Hochwassergebiete durchzuführen. „Wer Reisen zum Beispiel nach Dresden oder ins Erzgebirge plant, soll diese Planung nicht ändern“. Es müsse nicht sein, dass die Region „unter zu vielen Stornierungen leidet. Müller kündigte an, die vom Wasser betroffenen Erholungsgebiete und Reiseziele stärker zu vermarkten. „Durch gezielte Öffentlichkeit muss in den nächsten Monaten alles getan werden, um darüber zu informieren, dass die touristischen Regionen zur Normalität zurückgefunden haben“, teilte Müller mit. Tsp

12 000 Hektar überflutet

Das Hochwasser in Bayern überflutete nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands (BBV) rund 12 000 Hektar. Davon betroffen waren rund 80 Prozent Grünland und 20 Prozent Ackerland. An etwa 5000 Hektar Land – überwiegend Wiesen – entstand kein Schaden. Alles in allem betrage der Schaden für die bayerische Landwirtschaft rund 20 Millionen Euro. dpa

Sparkasse bilanziert Schaden

Die Sparkasse Freital-Pirna hat eine erste Schadensbilanz des Hochwassers gezogen. Das vorläufige Ausmaß liege bei 18 Millionen Euro, teilte das Kreditinstitut mit. Besonders hart getroffen seien die Geschäftsstellen in Bad Schandau, Dohna, Glashütte, Freital und in Pirna. Von 44 Servicecentern blieben derzeit acht geschlossen, die Versorgung mit Bargeld werde durch sechs mobile Geschäftstellen gesichert. Rund ein Sechstel der Geschäftskunden – 800 Unternehmen – sind von der Flut betroffen. dpa

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