Wirtschaft : Versicherungsriesen ordnen Beteiligungen

MÜNCHEN (tmh).Die Allianz AG und die Münchener Rückversicherungs-AG, beide München, entflechten erneut ihre Konzerne.Noch in diesem und im kommenden Jahr wollen beide Assekuranzriesen mehrere Beteiligungen austauschen, teilten die Schwesterkonzerne in München mit.Schätzungen zufolge dürfte das Transaktionsvolumen mehrere Mrd.DM betragen.Der Austausch führe "zu einer klaren unternehmerischen Zuordnung" und sei die logische Folge früherer Entflechungen, sagte Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle.Im einzelnen reicht die Münchner Rück 15,6 Prozent der bisher gemeinsamen US-Tochter Allianz of America und 3,9 Prozent der Allianz Lebensversicherungs-AG, Stuttgart, an die Allianz-Muttergesellschaft weiter.Die wiederum überträgt 6,5 Prozent der American Re Corporation und 6,5 Prozent Ergo-Anteile an die Münchener Rück.Allein die Anteile des Erstversicherers Ergo haben einen Börsenwert von rund 1,3 Mrd.DM.Damit hält der Rückversicherer künftig 60,6 Prozent an Ergo und 100 Prozent an der American Re.Die Allianz kommt auf 100 Prozent an der Allianz of America und 50,3 Prozent an der Allianz Leben.Der Allianz-Mutterkonzern behält 3,7 Prozent Ergo-Restanteil.Die Münchener Rück bleibt mit 40,6 Prozent an der Allianz Leben beteiligt.Daneben bestehen weitere gemeinsame Beteiligungen in kleinerem Umfang sowie die 25prozentige Überkreuzverflechtung beider Mütter.

Schulte-Noelle und sein Kollege von der Münchener Rück, Hans-Jürgen Schinzler, sehen in der neuerlichen Transaktion für ihre Unternehmen eine Verbesserung der strategischen Position in Deutschland und den USA.Insbesonders sein Haus könne bestehende unternehmerische Ziele "ohne Einsatz von Liquidität erreichen", betonte Schinzler.Für den Rückversicherer sei der Anteilstausch steuerfrei.Die Allianz muß dagegen für den 1999 stattfindenden Tauschteil eine "nicht kleine" Millionensumme an den Fiskus abführen, räumte ein Sprecher ein.Steuerpflichtig ist der 1999 anfallende Tausch der Ergo-Anteile, für den Finanzexperten eine Zahlung an den Fiskus in dreistelliger Millionenhöhe errechnet haben.Andererseits erziele die Allianz durch den Deal einen Buchgewinn, der 1999 zu einer Gewinnsteigerung führe.Beim Verkauf von Industriebeteiligungen - und als solcher wird auch ein Tausch ab 1999 behandelt - müssen Unternehmen in Deutschland derzeit knapp 60 Prozent Steuern bezahlen.In Frankreich liegt die Belastung bei 20 Prozent.

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