Versorger : Wasserpreise schwanken um 500 Prozent

Die IHK in Hessen hat bei den Wasserversorgern Preisabweichungen von 500 Prozent festgestellt. Die Kammer kritisiert genau so wie die IHK Berlin die hohen Wasserpreise. Verbraucherschützer rufen nach der Netzagentur.

Martin Murphy

Die hohen Wasserpreise in Deutschland haben die Verbraucherschützer auf den Plan gerufen. „Es gibt sehr große Unterschiede bei den Wasserpreisen, das sollte untersucht werden“, sagte Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen dem „Handelsblatt“. Er sprach sich für eine Kontrolle durch die Bundesnetzagentur aus. Die Aufsicht über den Wassermarkt sei am besten bei der Regulierungsbehörde aufgehoben, die bereits die Bereiche Energie, Post, Telekommunikation und Bahn kontrolliert.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) in Hessen hat bei den Wasserversorgern Preisabweichungen von 500 Prozent festgestellt. Die Kammer kritisiert genau so wie die IHK Berlin die hohen Wasserpreise. Die Wirtschaftsvertreter sehen die Industrie belastet.

Die Kontrolle über die Entgelte liegt bislang bei den Landeskartellbehörden. Diese können nur in Einzelfällen den Verdacht einer missbräuchlichen Gebühren- und Preisgestaltung prüfen. Zwar haben einzelne Behörden die Gangart verschärft. So hat das Landeskartellamt Hessen gegen neun Anbieter Verfahren angestrengt und dabei eine Absenkung der Preise um bis zu 44 Prozent verfügt. Allerdings ist das Vorgehen mühevoll, da der Markt zersplittert und unter rund 6200 Wasserversorgern aufgeteilt ist.

Verbraucherschützer Krawinkel forderte eine umfangreichere Aufsicht. „Die Kartellbehörden prüfen nur Fall für Fall, die Bundesnetzagentur könnte den gesamten Markt kontrollieren“, sagte er. Auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, hat kürzlich eine Regulierung des Wassermarktes nach dem Vorbild der Strom- und Gasmärkte vorgeschlagen. Die Wasseranbieter würden so gezwungen, ihr Netz möglichst wirtschaftlich zu betreiben. Die Entscheidung liegt bei der Bundesregierung.

Die vom Branchenverband BDEW geplante Transparenz-Initiative droht damit ins Wasser zu fallen. Der BDEW will auf freiwilliger Basis die Preisgestaltung transparenter machen und damit ein Einschreiten der Bundesnetzagentur verhindern. Bei der Kampagne hatte der Verband auf die Unterstützung der Vebraucherschützer gehofft. (HB)

0 Kommentare

Neuester Kommentar