Wirtschaft : Versorger wittern das große Geschäft mit Ökostrom

Kevin Hoffmann

Berlin/Hamburg - Mehr als die Hälfte aller Stromlieferanten in Deutschland will bis zum Jahr 2010 in Ökostrom investieren. Vor drei Jahren hatte nur jeder dritte Anbieter regenerative Energiequellen im Visier. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting hervor, die am Donnerstag in Hamburg vorgestellt wurde.

Ihr zufolge hat der Ausbau des Ökostrom-Angebotes in den Konzernen derzeit eine ebenso hohe Priorität wie der Ausbau des Stromnetzes. Als Hauptgrund für diesen Trend nennt die Studie die gestiegene Nachfrage nach entsprechenden Produkten. Außerdem versuchen die Lieferanten, mit der Aufwertung ihres Angebots dem Preisdruck entgegenzuwirken, der seit der Marktöffnung vor zehn Jahren stetig zugenommen hat.

Die Bundesnetzagentur hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass 2007 mehr als 1,3 Millionen Kunden den Anbieter gewechselt haben – doppelt so viele wie 2006. Mit teurerer ökologischer Produktion lassen sich höhere Margen erzielen. Solarenergie und Strom aus Biomasse stehen dabei im Fokus der Produzenten.

Auch die ersten Billiganbieter drängen auf den Ökomarkt. So stellte die 100-prozentige Eon-Tochter „E wie einfach“ am Donnerstag in Berlin einen Tarif für Strom und Gas vor, bei dem Kunden nur gut zwei Euro mehr als den üblichen Durchschnittstarif für konventionell erzeugten Strom zahlen. Das Unternehmen investiert den Mehrerlös aber nicht – wie üblich – in Zertifikate, etwa für Beteiligungen an Wasserkraftwerken. Stattdessen unterstützt es fünf konkrete Projekte, die der weltweiten CO2-Reduzierung dienen sollen, darunter ein Biomasse-Projekt in Indien und eines zur Aufforstung des Waldes in Costa Rica. Kevin Hoffmann

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