Verstößen gegen Finanzvorschriften : Hohe Strafe für die Commerzbank

Die Commerzbank wird in den USA wegen Verstößen gegen Finanzvorschriften kräftig zur Kasse gebeten. Angeblich soll der Vergleich 800 Millionen Euro kosten.

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Nicht nur die Deutsche Bank, auch die Commerzbank wird in den USA wegen Verstößen gegen Finanzvorschriften möglicherweise noch in diesem Jahr kräftig zur Kasse gebeten. Dadurch entgeht sie aber wohl auch der Gefahr, im wichtigsten Finanzmarkt der Welt ihre Banklizenz zu verlieren. Angeblich muss die Commerzbank rund 800 Millionen Euro zahlen, weil sie mit Geschäften gegen Embargo-Auflagen der USA verstoßen und möglicherweise auch Geldwäschegesetze verletzt hat. Offiziell nimmt die Bank dazu keine Stellung, Insider aber bestätigen, dass die Verhandlungen über einen Vergleich mit den US-Behörden weit gediehen sind und es dabei um „sehr empfindliche“ Summen geht.

US-Behörden untersuchen seit Monaten, ob die Commerzbank gegen Embargo-Auflagen der USA bei Geschäften mit Partnern im Iran oder Sudan, in Nordkorea, Myanmar und Kuba verstoßen hat. Im Anfang November vorgelegten Zwischenbericht heißt es, dass der Ausgang des Verfahrens noch nicht absehbar sei. Ein Vergleich gegen Zahlung eines „erheblichen Geldbetrages“ könne aber nicht ausgeschlossen werden. Die Bank hat laut ihrem jüngsten Zwischenbericht rund drei Milliarden Euro für „sonstige“ Risiken zurückgestellt. Wie viel dafür auf eine mögliche US-Strafe entfällt, hatte Finanz-Vorstand Stefan Engels bei der Vorlage des Berichtes nicht sagen wollen. Analysten schätzten den Betrag bislang auf 300 bis 400 Millionen Euro, so dass bis zu 400 Millionen Euro tatsächlich auf das Ergebnis drücken würden.

US-Behörden ermitteln wegen Vorwurfs der Geldwäsche

Bereits im September hatte es Spekulationen über eine Einigung gegeben. Damals war die Rede von umgerechnet rund 520 Millionen Euro. Seitdem ermitteln US-Behörden dem Vernehmen nach auch wegen des Vorwurfs der Geldwäsche. Die Commerzbank soll für den japanischen Olympus-Konzern Zahlungen abgewickelt haben. US-Behörden sehen darin offenbar indirekt eine Unterstützung des Bilanzskandals bei Olympus, der 2011 aufgedeckt worden war.

Seit langem ermitteln die US-Behörden gegen europäische Banken wegen möglicher Embargo-Verstöße. Am härtesten traf es im Sommer die französische Großbank BNP Paribas, die umgerechnet mehr als sieben Milliarden Euro zahlen musste. Andere Institute hatten schon zuvor Vergleiche geschlossen. Ermittelt wird auch gegen die Deutsche Bank.

Für die Commerzbank wären 800 Millionen Euro bei Rückstellungen von nur 400 Millionen eine erhebliche Belastung. Und dies in einer Phase, in der das eigentliche Bankgeschäft so langsam wieder ins Laufen kommt. In den ersten neun Monaten 2014 verbuchte die Bank einen Nettogewinn von 525 Millionen Euro. Im gesamten Geschäftsjahr 2013 waren es nur 78 Millionen. Mit einem Verlust von bis zu zwei Prozent war die Commerzbank am Freitag einer der schwächsten Werte im Dax.



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