Verträge : Das Weihnachtsgeld ist sicher

Viele Berliner Unternehmen zahlen 2007 ein zusätzliches Monatsgehalt. Am meisten überweisen Banken

Stefan Kaiser[Larissa Klatt],Lisa Wandt

Berlin - Die meisten Beschäftigten der großen Berliner Arbeitgeber bekommen auch in diesem Jahr ein Weihnachtsgeld – auch wenn es oft nicht mehr so heißt. Nach einer Umfrage des Tagesspiegel am Sonntag zahlen 14 von 16 Unternehmen eine zusätzliche Leistung. Deren Höhe variiert allerdings stark. Sie reicht von kleinen Prämien bis zu einem vollen Monatsgehalt plus Bonus. Auch die Bezeichnung „Weihnachtsgeld“ ist verschwunden. Stattdessen gibt es zum Jahresende ein „dreizehntes Monatsgehalt“ oder eine „Sonderzahlung“.

Besonders freuen kann sich, wer für die Deutsche Bank oder deren Tochter Berliner Bank arbeitet. Die rund 3000 Beschäftigten erhalten zum 13. Gehalt einen Bonus obendrauf. „Die Höhe ist grundsätzlich von den geschäftlichen Ergebnissen der Bank und der persönlichen Leistung des Mitarbeiters abhängig“, erklärt Deutsche-Bank-Sprecherin Marion Dressler. 1068 Euro seien für die tariflich beschäftigten Mitarbeiter aber garantiert.

Nicht nur die Deutsche Bank ist in puncto Weihnachtsgeld großzügig. Sämtliche Geldhäuser überweisen ihren Mitarbeitern eine Sonderzahlung in der Höhe eines Monatsgehalts; das ist tariflich festgeschrieben.

Ähnlich verhält sich die Bahn. Ihre Angestellten kriegen im November ein zusätzliches Monatsgehalt, Beamte einen Aufschlag von 30 Prozent. Die Fluggesellschaft Air Berlin splittet das volle Zusatzgehalt: Eine Hälfte landet im Sommer auf den Konten der rund 2000 Mitarbeiter, die andere im Winter. Die Berliner Verkehrsbetriebe BVG zahlen jedem Beschäftigten zu Weihnachten 1000 Euro.

Der Dienstleister Dussmann hingegen entlohnt nicht alle seiner 5000 Mitarbeiter in Berlin und Brandenburg mit einem Bonus. „Wir haben mehr als 100 Berufsgruppen“, sagt Sprecher Steffen Ritter. Die Regelungen seien da unterschiedlich. „Die Mehrheit der Beschäftigten bekommt ein 13. Gehalt.“ Für die 200 Mitarbeiter im Kulturkaufhaus gilt dies nicht. Sie gehen leer aus – wie schon immer.

Auf Weihnachtsgeld verzichten muss auch, wer bei der Telekom beschäftigt ist. 2004 hat der Konzern den Bonus für die 9000 in Berlin Angestellten abgeschafft – um „Beschäftigung zu sichern“, betont eine Sprecherin. Ebenso zahlt der Gebäudemanager Gegenbauer kein Weihnachtsgeld, seit Anfang dieses Jahres aber wieder Urlaubsgeld. „Das gilt bei uns als Bonus“, sagt ein Sprecher.

Zwar erhöht auch Siemens zum Jahresende die Gehälter seiner Mitarbeiter. Allerdings liegt der Zuschuss im besten Fall bei einem halben Monatsgehalt – und zwar für Siemensianer, die bereits drei Jahre und mehr bei dem Münchner Konzern tätig sind. Diese Regelung betrifft aber nur etwa 9500 der 12 500 Mitarbeiter in Berlin, also all jene, die nach Tarif bezahlt werden. Der Rest wird außertariflich entlohnt. „Seit ich bei Siemens bin, heißt mein Bonus nicht Weihnachtsgeld, sondern persönlicher Jahresbonus“, sagt Siemens-Sprecher Karlheinz Groebmair.

Genauso wie Siemens staffelt der Autobauer Daimler das Weihnachtsgeld nach Länge der Betriebszugehörigkeit. Bei Daimler reicht der Zuschuss von 25 bis 55 Prozent eines Monatsgehaltes.

Vattenfall Berlin Europe zahlt seinen Mitarbeitern eine Prämie. Diese variiert laut einer Sprecherin zwischen den Mitarbeitern, entspreche aber in etwa einem knappen Monatsgehalt.

Die Warenhaus AG Karstadt, zu der auch das KaDeWe gehört, hat mit der Unternehmenskrise im Jahr 2004 einen Sanierungstarifvertrag eingeführt. Dieser sieht eine Weihnachtsgeldzahlung in Höhe von 53 Prozent eines Monatslohnes vor. Hinzu kommt ein Warengutschein im Wert von 1000 Euro.

Mitarbeiter der privaten Krankenhauskette Vivantes verzichten seit 2004 auf Weihnachtsgeld. Der damals eingeführte „Nottarifvertrag“ garantiert ihnen dafür den Arbeitsplatz bis 2010. Fällt der Jahresabschluss des Unternehmens indes positiv aus, stehen ihnen laut Aussage einer Sprecherin 40 Prozent des ursprünglichen Weihnachtsgeldes zu.

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